Letzte 300 Tafeln werden enthüllt: Tempo 50 in Wien ist nun endgültig in Kraft getreten

Unterstützung durch Grüne, Kritik von Seiten des BZÖ

Letzte 300 Tafeln werden enthüllt: Tempo 50 in Wien ist nun endgültig in Kraft getreten

Seit Montag werden an der Landesgrenze die 300 letzten Wiener Tempo-50-Schilder enthüllt. Nach Fertigstellung der Aktion gilt das generelle Tempolimit von 50 km/h endgültig im ganzen Stadtgebiet. Die Wiener Grünen begrüßten die Maßnahme, Kritik kam hingegen von BZÖ-Verkehrsstaatssekretär Eduard Mainoni und dem ARBÖ. Der ÖAMTC hat eine Protestkampagne gestartet.

Durch die Enthüllung aller Tafeln, die noch bis Dienstag, andauern soll, wird Tempo 50 auch in jenen Wiener Bereichen am Stadtrand gelten, die nicht zum Ortsgebiet gehören. Dazu gehören etwa die Höhenstraße oder Teile der Breitenleer Straße. Zeitgleich mit der Enthüllung der neuen Tafeln werden alle alten entfernt, die derzeit noch eine höhere Geschwindigkeit erlauben. Ausnahmen gibt es dann nur noch für Autobahnen und Schnellstraßen sowie für Zonen mit niedrigerem Tempolimit.

"Grüne Welle" soll kommen
Am Montag versprach das Büro von Verkehrsstadtrat Rudolf Schicker (S) im Gegenzug auch eine Beschleunigungsmaßnahme. Unter dem Schlagwort "Grüne Welle" sollen Ampelschaltungen überprüft und optimiert werden, um somit für geringeren Treibstoffverbrauch zu sorgen.

Unterstützung für das Limit kam von Seiten der Wiener Grünen. "Den Gegnern der Tempo-50-Regelung geht es scheinbar nicht darum, Feinstaub in Wien zu reduzieren, sondern den Gaspedalmännern freie Fahrt zu verschaffen", so Umweltsprecher Rüdiger Maresch in einer Pressemitteilung. Das generelle Tempolimit werde das Feinstaubproblem zwar nicht lösen, sei aber ein Schritt in die richtige Richtung.

BZÖ kritisiert Maßnahme
Harsche Kritik am generellen Tempo 50 übte hingegen Staatssekretär Mainoni: "(SPÖ-Bürgermeister Michael, Anm.) Häupl soll jetzt seine Sturheit ablegen, den Fehler eingestehen und die Regelung zurücknehmen", forderte er. Die Effekte der getroffenen Maßnahme auf die Umwelt seien äußert gering. "Was unterm Strich übrig bleibt, ist also anstatt einer Feinstaubentlastung nur eine Schikane gegen die Autofahrer", so Mainoni.

Auch der ARBÖ blieb am Montag bei seiner ablehnenden Haltung. Eine Chance zur Entlastung läge in einem koordinierten, homogenen Verkehrsfluss, so Landesgeschäftsführer Herbert Hübner. Davon sei in Wien wegen unkoordinierter Vorgangsweise noch länger keine Rede. Deshalb unterstrich Hübner: "Zur Jahresmitte muss eine erste Evaluierung von Tempo 50 vorliegen."
(apa/red)