Leopolds Schatten der Vergangenheit

Leopolds Schatten der Vergangenheit

Klimt war erst der Anfang. Jetzt ist das Leopold Museum an der Reihe: ,Bildnis Wally‘ bleibt in New York; die Restitutionsfälle des Museums; die Verhandlungen mit den Erben; SPÖ und Grüne greifen ein.

Wie Gesetzesproduzenten denken, bleibt Gesetzeskonsumenten oft ein Rätsel. Zum Beispiel das Restitutionsgesetz aus dem Jahr 1998. Eine an sich lobenswerte Initiative, wenn auch 60 Jahre zu spät. Immerhin wurden darob gut 5.000 von den Nazis geraubte Kunstwerke an die rechtmäßigen Besitzer zurückgegeben. Allerdings: Der Fall, der die Republik Österreich nach Jahrzehnten des Mauerns zum Umdenken gebracht hatte – die Beschlagnahme der Schiele-Bilder „Bildnis Wally“ und „Tote Stadt III“ aus der Sammlung Leopold in New York –, bleibt durch das Gesetz ungeregelt. Denn hier gelten die Regeln einer Privatstiftung.

Obwohl neben „Wally“, die nach wie vor in New Yorker Gerichtsgewahrsam lagert, einen weiteres Schiele-Bild aus dieser Sammlung zur Debatte steht: „Häuser am Meer“, ein offenbarer Restitutionsfall. Die zuständige Ministerin Elisabeth Gehrer hat schon einmal dafür plädiert, die Sammlung Leopold – vom Bund erworben und in eine von Rudolf Leopold verwaltete Stiftung eingebracht – sollte „nach denselben strengen Maßstäben wie Bundesmuseen“ behandelt werden. Es blieb beim Konjunktiv. Doch nach der Klimt-Restitution wächst der politische Druck, eine Gesetzesänderung herbeizuführen.

* Die Grünen bringen einen Antrag im Parlament ein, wonach das Restitutionsgesetz auch für Privatstiftungen, „die unter maßgeblicher Verwendung öffentlicher Mittel“ eingerichtet wurden, gelten soll.

* Und SP-Klubobmann Josef Cap lässt auf NEWS-Anfrage wissen: „Wir arbeiten daran, möglichst bald mit den Grünen einen solchen Antrag einzubringen. Unüberwindliche Auffassungsunterschiede gibt es nicht. Der Stiftungsbeirat müsste neu bestellt und Transparenz über die getroffenen Beschlüsse hergestellt werden.“

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