Den Autohändler Milos N., dessen zerstückelte Leiche am 7. Juli am Wienerwaldsee gefunden wurde, dürften hohe Zinsen, die er einem Gläubiger abverlangt hatte, das Leben gekostet haben. Das Opfer hatte seinem Bekannten Zika M. einen fünfstelligen Geldbetrag geborgt. "Er hat dafür Wucherzinsen verlangt, die mein Mandant nicht zurückzahlen konnte", berichtete der Verteidiger des 39-Jährigen.
Nachdem Milos N. mehrfach und mit Nachdruck sein Geld samt den fälligen Zinsen gefordert hatte, kam es am 2. Juli zu einer persönlichen Begegnung zwischen Gläubiger und Schuldner. Dabei soll Zika M. laut seinem Anwalt Rudolf Mayer bedroht worden sein und nach einer Akutdrohung hingeschlagen haben.
Tatwaffe sichergestellt
Die Tatwaffe - ein Hammer - konnte mittlerweile ebenso sichergestellt werden wie die beiden Messer, mit denen der 39-Jährige die Leiche im Keller seines Wohnhauses in Penzing zerteilt haben soll. Nachbarn beobachteten, wie der er mit einer Lastenrodel mehrere mit Klebeband fixierte Plastiksäcke aus dem Keller schaffte und wegbrachte.
Pulsadern aufgeschnitten
Nachdem Zika M. die sterblichen Überreste an den Wienerwaldsee verbracht hatte, wollte er sich das Leben nehmen. Er schnitt sich in seinem Auto die Pulsadern auf, doch der von ihm erwünschte Erfolg blieb aus. Schließlich verständigte Zika M. die Rettung.
Abschiedsbrief klärte Verbrechen auf
Aufgrund eines Abschiedsbriefes, den der Familienvater
in seinem Auto
hinterlassen hatte und der den Einsatzkräften in die Hände fiel, konnte rasch der Bezug zum Schicksal von Milos N. hergestellt werden. In dem wirren Schreiben erwähnte Zika M. unter anderem das Verbringen der Leichenteile. Damit von der Polizei konfrontiert, soll er noch im Spital ein Tatsachengeständnis abgelegt haben. Seit vergangenem Freitag befindet sich der 39-jährige in der Justizanstalt Wien-Josefstadt in U-Haft.