Lego von

Spielzeughersteller wird 80!

Der dänische Spielzeugkonzern feiert runden Geburtstag

Lego - Spielzeughersteller wird 80! © Bild: APA/Pfarrhofer

Vor acht Jahrzehnten wurde in Dänemark eine Spielzeugfirma gegründet, die heute jedes Kind kennt. Der Tischler Ole Kirk Christiansen hatte sie erfunden und nannte sie 1934 „Lego“. Der Name leitet sich von „leg godt“, was so viel wie „spiel gut“ bedeutet, ab. Die ersten Steine hatten noch gar keine Noppen und waren aus Holz, erst in den 1950er Jahren änderte sich das. Über Jahrzehnte war Lego aus keinem Kinderzimmer wegzudenken. 2003 schien es aber so, als ob der Konzern den Anschluss ans Internetzeitalter nicht schaffen würde. Inzwischen hat sich Lego aber wieder erholt und die Chancen, dass es den einhundertsten Geburtstag erleben wird, stehen gut.

Der dänische Spielzeugkonzern hat mit einer ganz kleinen Produktpalette angefangen. Die ersten Steine waren auch nicht besonders gut dazu geeignet aufwendige Dinge zu bauen, da sie hohl und nicht besonders stabil waren. Das änderte sich erst, als man in den 50er Jahren auf die einfache und doch geniale Idee mit den Noppen kam. Über mehrere Jahrzehnte führte man Patentverfahren gegen Mitbewerber und konnte sich schließlich erst vor wenigen Jahren endgültig durchsetzen.

Lego geht um die Welt
Im Lauf des Jahrzehnts wurde die Produktpalette immer mehr erweitert und der Siegeszug des Spielzeugherstellers schien unaufhaltbar. Der Konzern internationalisierte sich und schaffte es in (fast) jedes Kinderzimmer. Erst relativ spät, 1974 begann man damit menschenähnliche Figuren ins Legosortiment aufzunehmen, die inzwischen nicht mehr wegdenkbar sind. Auch wurden immer mehr Themenserien, von der Eisenbahn, über die moderne Stadt, die Ritterwelt, bis zu den Piraten ins Programm genommen.
Das Geschäftsmodell funktionierte sehr lange sehr gut.

In den 2000er Jahren schienen sich die Kinder jedoch immer weniger für Lego zu interessieren und im Jahr 2003 stand das Unternehmen knapp vor der Pleite. Man beging schwere Managementfehler, da die Zukunft im Verkauf von neuen Produkten wie Computerspielen gesehen wurde und gut eingeführte und beliebte Produktpaletten vernachlässigt wurden. Um das Unternehmen zu retten, wurden erhebliche Umstrukturierungen durchgeführt. Lego begann Lizenzprodukte zu erfolgreichen Büchern und Filmen, wie beispielsweise Harry Potter und Star Wars, zu vertreiben. Inzwischen gibt es über achtzig weltbekannte fiktionale Figuren wie beispielsweise Darth Vader auch als Legofiguren.

Die Lego-Roboter
Ausgesprochen erfolgreich ist auch die Mindstorm-Serie, die Lego mit der Robotik verbindet. Diese neuen Lego-Produkte sind im Grunde Miniroboter, die von Jugendlichen mit einer einfach zu erlernenden Programmiersprache selbst „gestaltet werden“. So kann man dem Roboter beispielsweise beibringen, das Kinderzimmer vor. „unerlaubt“ eindringende Eltern zu bewachen.

Durch diese Maßnahmen erholte sich der Konzern, der immer noch im Familienbesitz ist wieder und beschäftigt heute 10.000 Mitarbeiter in 130 Ländern. Um weiterhin erfolgreich zu sein, sollen dennoch neue Zielgruppen erschlossen werden. Insbesondere Mädchen, die sich bisher weniger für Lego begeistern konnten, sollen als Kundinnen gewonnen werden.

Faszinierende Fakten rund um Lego
Zum Geburtstag noch einige skurrile Fakten zum Spielzeughersteller: Lego behauptet von sich, der größte Reifenhersteller der Welt zu sein und hat auch einen Guinnessbuch Eintrag für die jährliche Produktion von mehr als 300 Millionen Rädern erhalten. Jeder Mensch auf der Welt besitzt im Durchschnitt 80 Legosteine und alle 2011 produzierten Steine könnten 16-mal um die Erde gelegt werden. Außerdem werden alleine heuer voraussichtlich 340 Millionen Minifiguren hergestellt, mehr als die USA Einwohner haben. Auch angesichts dieser Rekorde muss man sich wohl keinen Sorgen machen, dass nicht auch zukünftige Generationen von Kindern mit den Legosteinen aufwachsen werden.

Kommentare

Wirtschaft