"Leg dich nicht mit mir an, Mädchen": Chávez startet neue Attacke gegen Rice

Venezuelas Präsident greift US-Außenministerin an

Der venezolanische Präsident Hugo Chávez hat seine wöchentliche Fernsehshow dazu genutzt, neue Verbalattacken in Richtung der US-Außenministerin Condoleezza Rice zu fahren. "Leg dich nicht mit mir an, Mädchen", sagte Chávez am Sonntag in seiner Sendung "Hallo Präsident" und warf der ungeliebten Politikerin sogar ein Küsschen zu.

Statt bei ihrem richtigen Vornamen nannte er die US-Ministerin "Condolencia", Spanisch für "Beileid". Rice hatte in der vergangenen Woche zur Bildung einer "vereinten internationalen Front" gegen Venezuela aufgerufen, das wegen seiner engen Beziehungen zu Kuba eine "besondere Gefahr für die Region" sei.

Die verbalen Angriffe zwischen Chávez und den Protagonisten der US-Politik haben schon fast Tradition. 2004 hatte der venezolanische Präsident Rice als "echte Analphabetin" beschimpft, nachdem sie ihn beschuldigt hatte, nicht konstruktiv an der Politik in Südamerika mitzuwirken. US-Präsident George W. Bush titulierte Chávez als "Mr. Gefahr" und als "Narren". Doch auch US-Vertreter sind mit ihrer Wortwahl nicht zimperlich: Verteidigungsminister Donald Rumsfeld verglich Anfang des Monats Chávez' Amtsantritt mit der Machtergreifung Adolf Hitlers.

Trotz der zunehmenden Spannungen beziehen die USA weiterhin rund 15 Prozent ihres Erdöls aus Venezuela. Erst am Samstag drohte Chávez Washington mit einem Lieferstopp. Er wirft Washington vor, seine Entmachtung zu betreiben. (apa/red)