Lebens-Art von

Mein Sommermärchen

Wie wir unsere Kinder durch die EURO lotsen

Lebens-Art - Mein Sommermärchen © Bild: Beigestellt

Am Tag des EM-Eröffnungsspiels stand ich mit meinen beiden Älteren in einem Provinzstadion und beobachtete so etwas Ähnliches wie Fußball: Hartberg gegen GAK, Entscheidungsmatch um den Aufstieg in die zweite Liga. Plötzlich stürmten besoffene Hooligans das Feld, warfen mit Flaschen, Stangen, Banden nach der Polizei – welche wiederum Knüppel und Wasserwerfer einsetzte, um den Mob unter Kontrolle zu bringen. Brutalität im Bierdunst. Und mittendrin ein treusorgender Papa mit seinen Kindern!?

Wie, dachte ich, soll ich meine Buben künftig für Fußball begeistern? Und: Soll ich sie angesichts dieser schwer verdaulichen Eindrücke überhaupt noch für Fußball begeistern? Doch dann begann die EURO – und mit einem Kick war alles anders.

Meine Kinder und ich sahen die tapferen Iren und ihre Fans, die ihre unabwendbaren Niederlagen in melancholischen Liedern verarbeiteten und ihren Gegnern für jede gelungene Aktion applaudierten. Meine Kinder und ich sahen die Griechen, die es mit Kampfgeist ins Viertelfinale schafften und ihren Landsleuten so wieder für ein paar Stunden ihren Stolz zurückgaben. Wir sahen Fußball als animierendes Spiel des Lebens, nicht als dumpfe Schlacht. Als pädagogisch wertvolles Sommermärchen.

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