Es ist ein verbreiteter Irrtum, dass uns Coca-Cola den Weihnachtsmann beschert hat. In Wahrheit ist der alte US-Boy mit dem Rauschebart ein enger Verwandter unseres Nikolaus, des Bischofs von Myra, Schutzpatron der Kinder. Sein Ehrentag, der 6.12., war einst Tag der Bescherung. Heiligabend also.
Bei uns zuhause glauben wir jedenfalls ganz fest an den Nikolo. Am Vorabend hinterlegt er duftende Fresspakete voll Äpfeln und Nüssen vor der Kinderzimmertür, garniert mit kleinen Präsenten. Dann schaut er auch persönlich noch vorbei. (Der Krampus kommt uns natürlich nicht ins Haus, an den glauben wir ja nicht.) Manch einer moniert, dass der Nikolo neuerdings in Wiener Kindergärten und Schulen Hausverbot habe. Dass er von verkleideten Betreuerinnen vertreten wird oder gar nur noch heimlich seine Päckchen hinterlassen darf.
Hinter dem Teufelswerk wurde schon die Welt-Invasion muslimischer Türken-Kinder vermutet. Ich hege den Verdacht, wer am lautesten nach dem Schul-Nikolo schreit, sind grad jene, die zu faul sind, dem alten Herrn die eigene Haustür zu öffnen, damit er ein paar Nüsse für die Kids deponieren kann. Dass der Bischof von Myra, einst im Römischen Reich gelegen, in der Nähe des Touri-Mekkas Antalya Dienst versah, in der heutigen Türkei also, ist ein schöner Treppenwitz der Weihnachtsgeschichte.
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