Lebens-Art von

Eingegelt & abrasiert

David Pesendorfer: Freiheit für Kinder beim Styling?

Lebens-Art - Eingegelt & abrasiert © Bild: Beigestellt

Villacher Fasching im Frühsommer: Die Hausordnung der örtlichen Tourismusschule schreibt einen "adretten Kurzhaarschnitt" vor – weshalb sich ein vorwitziger Teenager das Haupthaar gelte und die Schläfen stoppelkurz rasierte. Lei-lei-wand? Irrtum – Irokesen-Alarm! Suspendierung! Expertengutachten! Und nur widerwillige Wiederaufnahme des geschorenen Schafes.

Bleibt die haarige Frage: Wenn sich an unseren Schulen bereits Kunstwerke auf Zeit zum K.-o.-Kriterium auswachsen, wie verhält es sich dann mit vergleichsweise beständigen Statements wie Tattoos oder Piercings? Was tun, wenn sich plötzlich das eigene Kind ein drittes Loch in die Nase stechen und mit einem polierten Nägelchen stopfen will? Oder wenn es sich grinsende Totenköpfe, bluttriefende Rosen, barbusige Matrosinnen oder andere Symbole tagesaktueller Befindlichkeit dauerhaft in Arme, Wangen und andere Backen zu ritzen begehrt?

Erst freundlich verbieten. Dann unter Androhung von Sanktionen verbieten. Dann verbieten und die angedrohten Sanktionen umsetzen. Dann enterben. – Denn ein Arschgeweih, das ist keine harmlose Kinderkrankheit, sondern ein chronisches Leiden. Und die Optik ein Teil des Erziehungsauftrags. Denn Villach ist überall.

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