Lebens-Art von

Bye-bye, Arschgeweih?

Nadja Sarwat über den "Irokesen-Skandal" von Kärnten

Lebens-Art - Bye-bye, Arschgeweih? © Bild: Beigestellt

Ein haarsträubender Frisurenstreit erschütterte die Republik: Kärntner Schüler vom Unterricht suspendiert! Ein allzu trendiger Kurzhaarschnitt, mit viel Goodwill und einer Lupe als Irokese identifizierbar, war schuld. Klar: Hintertupfingen wird nie New York werden, und ein Provinz-Schuldirektor ist kein Modezar. Aber wo kommen wir hin, wenn selbst in der Metropole deutlich gereiftere Berufsjugendliche mittels krasser Modetorheiten ein zweifelhaftes Beispiel geben?

Ich frage mich heute noch, wie Ex-VP-Grande Schüssel trotz hochnotpeinlicher Gurgel-Propeller am Parteiausschluss verbeischrammen konnte. Auch Petzners oranger Prolo-Toast-Teint kann nicht gesund sein. Der Kunstsonnen-Anbeter findet dennoch im Parlament Einlass. Peckerl und Piercing, bauchfreie Tops oder Miniröcke: Overstyling an Schulen sorgt stets für High-End-Haarspalterei.

Sollen Eltern und Lehrer Modepolizei spielen? Lieber nicht. Die Zeit heilt alle Geschmacksverirrungen. "Bleib normal!", zeterte die Oma einer Schulfreundin gern, wenn die sich homöopathisch dosiert aus dem Einheits-Look wagte. Als mein Großer mit 15 ein Tattoo in Erwägung zog, bat ich lediglich um Bedenkzeit. Sein Luxuskörper überstand die Pubertät körperkunstbefreit. Weltuntergang? Abgesagt. Der älteste Eltern-Trick der Welt funktioniert verlässlich: Parole maximale Gelassenheit!

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