Laut AK dickes Pensionsminus seit 2000: Zahlen lösen politischen Schlagabtausch aus

SP-Blecha: "Unwiderlegbar bestätigter Pensionsraub" VP-Vertreter werfen Arbeiterkammer Parteipolitik vor

Die Berechnungen der Arbeiterkammer (AK) über Pensionsverluste in den letzten Jahren haben einen heftigen Schlagabtausch zwischen den Parteien ausgelöst. SPÖ-Pensionistenchef Karl Blecha sprach von einem "unwiderlegbar bestätigten Pensionsraub", ÖVP-Sozialsprecher Walter Tancsits und ÖVP-Generalsekretär Reinhold Lopatka beschuldigten hingegen die AK, "Parteipolitik" zu betreiben.

"Österreichs Pensionisten wurden schändlich behandelt, ihre Pensionen laufend gekürzt", dazu "kamen ungeheure Belastungen", empörte sich Blecha in einer Aussendung. Den Vorwurf der Volkspartei, die AK mache "Parteipolitik", wies der Pensionistenverbands-Präsident zurück. Die Berechnungen der AK würden viel mehr den "Pensionsraub der Regierung Schüssel unwiderlegbar bestätigten", sagte Blecha.

Schützenhilfe bekam Blecha vom ehemaligen Finanzminister und Vizepräsidenten des SPÖ-Pensionistenverbandes Rudolf Edlinger. Die Lebenserhaltungskosten für Pensionisten seien in den letzten Jahren weit mehr gestiegen als die Pensionen, sagte Edlinger in einer Aussendung. "Wäre eine durchschnittliche 1.000-Euro-Monatspension seit dem Jahr 2000 an die Inflation angepasst worden, so hätte heute jeder Pensionist um rund 75 Euro monatlich mehr in der Tasche."

Tancsits warf wiederum der AK vor, "als gesetzliche Interessenvertretung Parteipolitik der untersten Schublade zu betreiben, indem sie das Pensionssystem einseitig darstellt". Die Pensionsanpassung in diesem Jahr würde mit 2,5 Prozent "weit über dem prognostizierten Verbraucherpreisindex" liegen, argumentierte Tancsits, der sich von SPÖ und AK die Pensionsreform nicht "madig" machen lassen will.

Dem pflichtet auch Lopatka bei. Die AK würde "Auftragsarbeiten" für die SPÖ machen, die nicht einmal richtig seien. Anders als von der AK behauptet, gebe es bei Mindestrentnern keinen Verlust von drei Euro, sondern die Mindestpensionen liegen sieben Euro monatlich über der Inflationsabgeltung, so Lopatka.

ÖVP-Seniorenvertreter Gerhart Bruckmann lobte das österreichische Pensionssystem als "eines der besten Europas". Im Gegensatz zu Deutschland habe es hier zu Lande zuletzt unter einer SPÖ-geführten Regierung im Jahre 1997 eine Nullrunde bei den Pensionserhöhungen gegeben. Die Studie der Arbeiterkammer verzerre die Realität, kritisierte Bruckmann.

(apa)