"Lassen Sie Geiseln sofort frei": Deutsche Moslem-Verbände appellieren an Kidnapper

Klage: "Religion wird wieder einmal missbraucht" PLUS: Schicksal deutscher Geiseln ist ungewiss

"Lassen Sie Geiseln sofort frei": Deutsche Moslem-Verbände appellieren an Kidnapper

Die größten moslemischen Verbände Deutschlands haben die Entführer der im Irak verschleppten deutschen Ingenieure Thomas Nitzschke und Rene Bräunlich zur Freilassung ihrer Geiseln aufgerufen. "Lassen Sie die Geiseln sofort frei. Es ist bedauerlich, dass Religion wieder einmal missbraucht und der gesamte Islam in Misskredit gebracht wird. Unsere Gedanken sind bei den Familien der beiden Entführten", schrieb der Vorsitzende des Islamrats für Deutschland, Ali Kizilkaya, in der Zeitung "Bild am Sonntag".

Der stellvertretende Generalsekretär der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs, Mustafa Yeneroglu, sagte: "Dass zwei Menschen entführt wurden, die durch ihre Arbeit dem Irak wirtschaftlich geholfen haben, zeigt die Absurdität der Tat." Der Präsident der Türkisch Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB), Ridvan Cakir, appellierte: "Die Entführung hat mit dem Wesen unserer Religion nicht das Geringste zu tun. Ich appelliere an die Entführer, die beiden Deutschen umgehend freizulassen."

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Nadeem Elyas, erklärte: "Es gibt keine Vernunft auf der Welt, die eine Entführung rechtfertigen kann. Das deutsche Volk ist dem irakischen in Freundschaft verbunden - schließlich war es die Bundesrepublik, die damals den Irak-Krieg ablehnte." (apa)