Die Augenbrauen sind routiniert nach oben gezwirbelt, um die Dämonie des inbegrifflichen Fernsehbösewichts tunlichst noch zu verstärken. Das Lachen atmet, wenn auch nicht ganz so sieghaft wie einst, doch dieselbe Infamie wie vor 30 Jahren. Larry Hagman ist 80 und wieder J.R. Ewing. Zehn neue Folgen des Serienwunders "Dallas", das in den Achtzigerjahren die Straßen leerte, werden seit dieser Woche vom amerikanischen Sender TNT ausgestrahlt. Und schon jetzt ist klar: Geld, Macht und Öl sind gewaltige Themen geblieben.
Klar, dass man sich in Europa eilends die Rechte sicherte. ORF und RTL werden, selbstverständlich, das alte neue Wunder präsentieren. Und: In den USA entstehen bereits die Drehbücher für die nächsten 20 Folgen, wie der Pionier televisionärer Niedertracht beim Mittagessen mit seinem Manager Helmut Werner erzählt. In Hagmans Lieblingslokal "Luigi" in Gloggnitz, bei Fisch und Gemüse, geht der stets auf seine Gesundheit Bedachte ins Detail. Er hoffe auf weitere 13 Jahre "Dallas". Dabei musste er eine Kehlkopfkrebserkrankung und die Alkoholsucht bezwingen. Das neue Leben des Larry Hagman.
NEWS:
Sie kommen mit Cowboyhut und J.R.-gebrandeter Rolex zum Interview. Wie viel vom Bösewicht J.R. Ewing steckt denn wirklich in Ihnen?
Larry Hagman:
Die Uhr hab ich vor 30 Jahren selbst designt, darauf bin ich wirklich stolz. Ich selbst bin ein vollkommen harmloser Mensch. Aber J.R. Ewing ist die Rolle meines Lebens. Und ich mag seine Art, denn hinter seiner rauen Bösewicht-Fassade steckt letztlich ein liebenswürdiges Arschloch.
NEWS:
Sie sind 80 Jahre alt. Haben Sie gezögert, als man Sie fragte, ob Sie bei "Dallas" wieder mitspielen wollen?
Hagman:
Ja, ich habe zuerst abgeklärt, ob Patrick Duffy als Bobby und Linda Gray als Sue Ellen wieder mitspielen. Als das klar war, habe ich gesagt, dass ich liebend gerne auch wieder dabei bin. Wissen Sie, ich habe über die vergangenen 30 Jahre immer einen engen Kontakt mit den beiden gehalten, und wir sehen einander auch immer wieder. Darum war es mir so wichtig, dass wir gemeinsam vor der Kamera stehen.
'Dallas' zu drehen war wie nachhause zu kommen.
NEWS:
Wie war es, wieder "Dallas" zu drehen?
Hagman:
Es fühlte sich an wie nachhause zu kommen. Es hat sich ja viel getan, und J.R. kommt in den neuen Folgen auch tatsächlich wieder heim auf die Southfork Ranch, die nun Bobby gehört. J.R. ist vollkommen bankrott, gescheitert und depressiv. Doch kaum ist er wieder da, macht er gleich jede Menge Probleme. Herrlich!
NEWS:
Ist er noch mit Sue Elle verheiratet?
Hagman:
Aber nein. Sie waren zweimal verheiratet und sind zweimal geschieden. Dabei bleibt es. Sue Ellen ist mittlerweile ein sehr erfolgreiche und mächtige Frau und will Gouverneurin von Texas werden.
NEWS:
Zur alten "Dallas"-Partie kommen viele neue Darsteller. Sind Sie noch der große Bösewicht, oder gibt es einen Jungen, der Ihnen den Rang abläuft?
Hagman:
Ha, Bobbys Sohn er wird von Jesse Metcalfe gespielt scheint ein echt netter Kerl zu sein, aber schon bald stellt sich heraus, dass er absolut das Gegenteil ist. Die neuen Folgen sind wirklich spannend, sehr schnell und auch sehr modern. Ich bin überzeugt, dass sie gut laufen werden. Die nächsten 20 Folgen sind schon in Vorbereitung. Die Drehbücher dafür werden bereits geschrieben, und ich hoffe, dass ich nochmals 13 Jahre lang dabei bin. Dann bin ich am Ende knapp 94 Jahre alt.
NEWS:
Wie schaffen Sie es überhaupt, mit 80 Jahren noch so fit zu sein?
Hagman:
Na, das ist ganz einfach: Ich hatte vor 16 Jahren eine Lebertransplantation. Eine junge Leber hilft ungemein
(lacht sein typisches J.R.-Lachen)
. Und natürlich halte ich mich durch Sport fit. Bei den Dreharbeiten hat man aber auch darauf geachtet, dass man mich nicht zu sehr beansprucht. Ich habe jeden Tag erst gegen 9 Uhr mit dem Dreh gestartet, und um 15 Uhr war Schluss, weil meine Stimme danach zu versagen beginnt.
Nach 15 Uhr versagt die Stimme.
NEWS:
Hatten Sie eigentlich schon jemals Angst vor dem Tod - immerhin haben Sie den Alkoholentzug und eine Krebserkrankung hinter sich?
Hagman:
Nein, ich habe davor keine Angst, denn ich glaube fest dran, dass wir niemals vollkommen tot sind. Ich glaube daran, dass wir zu kosmischer Energie werden und somit niemals verschwinden. Wir sind alle Teil derselben Energie. So sind wir immer, werden immer sein und waren immer. Sobald wir Teil dieser kosmischen Energie sind, dann ist das wunderbar und erfüllt mit Liebe.
NEWS:
Stichwort Liebe: Sie sind seit 1954 mit Ihrer Frau Maj verheiratet. Wie schafft man das im Showgeschäft?
Hagman:
Sie ist für mich einfach die beste Frau der Welt, und es war die beste Entscheidung meines Lebens, sie zu heiraten. Früher sind wir auch viel gemeinsam herumgereist. Heute hat meine Frau leider Alzheimer, und alles ist sehr schwierig geworden. Ich liebe sie noch immer sehr. Gott sei Dank haben wir Menschen, die sich gut um sie kümmern. Wissen Sie, die Hochzeitsreise führte uns nach Salzburg und Garmisch-Partenkirchen. Darum komme ich auch heute noch so gerne nach Österreich.
NEWS:
Wieso haben Sie Ihre Hochzeitsreise hierher gemacht?
Hagman:
Ich war vier Jahre lang für die amerikanische Air Force im Sommer je einen Monat in der Gegend stationiert, darum habe ich sie gekannt. Ich mag Österreich und die Menschen hier.
NEWS:
In Ihrer Heimat, den USA, wird heuer gewählt. Sie unterstützen Barack Obama. Meinen Sie, dass er wieder Präsident wird?
Hagman:
Natürlich, denn es ist meiner Meinung nach unabdingbar, dass die Demokraten mit Obama weiter an der Macht bleiben. Sollten die Republikaner das Rennen machen, dann werden sie daran anschließen, wo sie mit George W. Bush aufgehört haben: Sie haben zwei große Kriege und den Kollaps der Weltwirtschaft zu verantworten. Das ist meine Meinung. Wenn die Republikaner die Wahl im November gewinnen, dann wird es das Ende einer Welt, wie wir sie jetzt kennen. Das wäre eine Katastrophe und würde uns weitere Kriege und große weltweite Armut bringen.
Kommentare
Larry Hagman macht Werbung für Solar World Photovoltaik Wer in Texas den Treibstoff fürs Auto vom eigenen Hausdach gewinnt hat nur 1/4 der Treibstoffkosten wie beim Öl.
365 Unabhängigkeitstage
Strom wird jetzt zuhause gemacht.
So war Larry Hangman auf einen großen Plakat in der Eingangshalle zur Inersolar Messe München zu sehen
http://wohnen.pege.org/2011-intersolar/larry-hagman.htm