Lage in Elfenbeinküste immer mehr außer Kontrolle: Vier Tote bei Zusammenstößen

Gefechte zwischen UNO-Truppe und Einheimischen

Die Lage in der westafrikanischen Republik Elfenbeinküste gerät immer mehr außer Kontrolle. Am Mittwoch wurden bei Zusammenstößen zwischen UNO-Soldaten und Anhängern von Staatspräsident Gbagbo im Westen des Landes vier Einheimische getötet. Zudem habe es ein Dutzend Verletzte gegeben, hieß es nach übereinstimmenden Angaben von Militärvertretern.

Die 1960 unabhängig gewordene ehemalige französische Kolonie ist seit einem Putschversuch gegen Gbagbo im September 2002 in den von der Regierung gehaltenen Süden und den von den Rebellen kontrollierten Norden geteilt. 4.000 französische und 7.000 UNO-Soldaten bewachen eine Pufferzone, um ein Wiederaufleben des Konflikts zu verhindern. Zu den Protesten kam es, nachdem die internationale Arbeitsgruppe, der die UNO und mehrere afrikanische und Industrieländer angehören, es am Wochenende abgelehnt hatte, das Mandat der von Gbagbos Anhängern dominierten Nationalversammlung zu verlängern. Gbagbos Partei "Ivorische Volksfront" forderte daraufhin den Abzug der ausländischen Soldaten, die sie als "Besatzungs-, Ausbeutungs- und Unterwerfungstruppen" bezeichnete. Gbagbos Partei kündigte ihren Rückzug aus der mit Hilfe der Vereinten Nationen gebildeten provisorischen Regierung und aus den Friedensgesprächen an.

Zu den blutigen Zusammenstößen in Guiglo kam es Mittwoch Früh. Einige Teilnehmer der Protestkundgebungen hätten versucht, in ein Camp von UNO-Soldaten aus Bangladesch einzudringen und seien auf gepanzerte Fahrzeuge geklettert, sagte ein französischer Offizier. "Daraufhin haben die Blauhelme begonnen, mit scharfer Munition zu schießen." Ein Offizier der ivorischen Regierungsarmee sagte, die Lage könne sich "jederzeit" verschlimmern. Aus Kreisen der UNO-Mission wurde mitgeteilt, dass das UNO-Kontingent aus rund 300 Mann mit dem Abzug aus der Stadt begonnen habe.

(apa)