Länger Arbeiten für Deutsche: Ab 2029 soll Rentenalter auf 67 Jahre angehoben werden

Anhebung soll ab 2012 in 1-Monat-Schritten starten

Bis 2029 soll in Deutschland das gesetzliche Rentenalter von 65 auf 67 Jahre angehoben werden. Darauf hat sich das Kabinett am Mittwoch verständigt, wie Sozialminister Müntefering sagte. Die Anhebung soll 2012 in Schritten von einem Monat pro Jahr beginnen. Gleichzeitig versicherte Müntefering: "Wir werden in dieser Legislaturperiode die Renten nicht kürzen."

Im Koalitionsvertrag war von einer Frist bis spätestens 2035 für die Anhebung des gesetzlichen Rentenalters auf 67 Jahre die Rede. Müntefering hatte zuletzt gesagt, er könne sich eine deutlich kürzere Zeitspanne vorstellen. Damit rief er den Widerspruch der Union hervor.

Nach dem jetzt vorgelegten Zeitplan sollen die Menschen bis einschließlich 2023 einen Monat pro Jahr länger arbeiten, bevor sie ohne Abschläge in Rente gehen können. Ab 2024 sind es dann zwei Monate jährlich. Ab 2029 wäre dann die Erhöhung des Rentenalters um zwei Jahre abgeschlossen. Wer 45 Jahre in die Rentenkassen eingezahlt hat, soll ohne Einbußen auch weiterhin mit 65 in Rente gehen können. Das Gesetz soll Anfang 2007 in Kraft treten.

Müntefering verwies darauf, dass trotz der Kritik einzelner Unionspolitiker das Kabinett hinter ihm stehe. Es sei wichtig gewesen zu wissen, auf welcher Grundlage er weiterarbeiten könne, sagte der SPD-Minister.

Müntefering betonte, dass noch 2006 ein Rentensicherungsgesetz auf den Weg gebracht werde, damit es nicht zu Rentenkürzungen komme. 2007 werde wie im Koalitionsvertrag vereinbart, der Rentenbeitragssatz von 19,5 auf 19,9 Prozent angehoben. Diese Maßnahme soll die Rentenkasse um vier Milliarden Euro entlasten. (apa)