Kurdisches Autonomiegebiet: Österreicher im Nordirak offenbar doch noch in Haft

Seine Freilassung steht aber unmittelbar bevor

Der im kurdischen Autonomiegebiet im Nordirak inhaftierte österreichische Staatsbürger Kamal Said Qadir befindet sich - entgegen vorherigen Meldungen - offenbar immer noch im Gefängnis; er dürfte jedoch kurz vor seiner Freilassung stehen.

Man habe die Zusage des irakischen Außenministers Hoshyar Zebari erhalten, dass Qadir aus der Haft entlassen wird, sagte eine Sprecherin des Außenministeriums am Donnerstag gegenüber der APA. "Wir verlassen uns darauf und sind zuversichtlich, dass er bald freigelassen wird." Derzeit gebe es offenbar noch Formalitäten zu klären.

Qadir war im Dezember von einem Gericht in Erbil (Arbil) wegen "Entehrung der kurdischen Führung und ihres Kampfes" zu 25 Jahren Haft verurteilt worden. Der Jurist, der selbst kurdischer Abstammung ist, hatte den Chef der kurdischen Autonomiebehörde und der Demokratischen Partei Kurdistans (KDP), Massud Barzani, in einem offenen Brief scharf angegriffen.

Am Mittwoch hatte das Außenministerium mitgeteilt, Qadir sei freigelassen worden. Nach Angaben der österreichischen Sondergesandten in Bagdad, Gudrun Harrer, hatte ein Berufungsgericht das Gerichtsurteil gegen Qadir aufgehoben.

Der in Wien aktive "Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit" (WADI) erklärte in Berufung auf eine Tante des Inhaftierten in einer Aussendung, Qadir könne voraussichtlich noch in dieser Woche das Gefängnis verlassen. Ob und zu welchem Zeitpunkt er nach Österreich zurückkommen wolle, habe er noch nicht entschieden.

(apa)