Krieg der Zukunft: US-Armee plant künftige Luftschlachten mit unbemannten Drohnen

Flugzeuge sollen eigenes "Nervenzentrum" erhalten

Das US-Verteidigungsministerium hat die Absicht, viele Milliarden Dollar in den Bau unbemannter Kampfflugzeuge (UAV) zu investieren. Ermutigt durch Erfolge, die Drohnen wie "Predator" oder "Global Hawk" in Afghanistan und im Irak erzielten, will das Pentagon künftig Luftkriege beinahe zur Hälfte mit UAV bestreiten, berichtet das Hamburger Nachrichtenmagazin "Der Spiegel".

Der "Fahrplan für unbemannte Flugzeuge von 2005-2030" enthält dazu laut "Spiegel" detaillierte Vorgaben: Bis 2010 sollen zumindest einige Drohnen so leise fliegen, dass sie aus 300 Meter Entfernung nicht mehr gehört werden können; ihre Sensoren müssen aus mehr als sieben Kilometern noch Gesichtszüge identifizieren können. Fünf Jahre später sollen sie auch in der Luft auftanken, 2030 schließlich elektronische Nervenzentren besitzen, welche die Leistungsfähigkeit menschlicher Gehirne erreichen. Allein für das "Gemeinsame unbemannte Kampfflugzeug" der US-Streitkräfte stellt das Pentagon bis 2011 fast fünf Milliarden Dollar bereit.

Der Rüstungskonzern Lockheed Martin will dem Bericht zufolge in dieses Milliardengeschäft einsteigen. Er baut gleich mehrere revolutionäre Kampfdrohnen: Die "Cormorant" etwa, die aus den Torpedorohren von U-Booten aufsteigen und nach einem Einsatzflug von 800 Kilometern wieder wassern soll, um dann von einem Greifarm in das getauchte Boot zurückgeholt zu werden. Ein anderer Flugroboter aus der kalifornischen Geheimfabrik soll mit vielfacher Schallgeschwindigkeit fliegen, ein dritter sieht aus wie ein Mini-B2-Bomber mit einem Zusatztrick: Seine für Langstreckenflüge ausgeklappten Tragflächen kann das Gefährt aerodynamisch anlegen, um dann als tödliches Geschoss seine Sprengladung ins Ziel zu tragen. All diese Hightech-Geräte sollen zudem so billig kommen, dass die Militärs sie "wie Gebrauchsgüter verwenden können", verlangt das Pentagon.

(apa/red)