Kreditkarten & Bankomatkarten beliebter denn je: Bargeldloses Zahlen im Vormarsch

"Elektronische" Zahlungen im Vorjahr bei 14,7 Mrd. € Kräftige Zuwächse für MasterCard, Maestro & "Quick"

Der Trend zum bargeldlosen Zahlen hat sich in Österreich auch im vergangenen Jahr fortgesetzt, sowohl Umsätze als auch Transaktionen sind 2005 beim "Plastikgeld" deutlich stärker gestiegen als die Bargeldbehebungen. Dies geht aus den heute vorgelegten Zahlen der Europay Austria hervor, die in Österreich für die Maestro (Bankomat)-Karte, die Kreditkarte MasterCard sowie die elektronische Geldbörse "Quick" zuständig ist. Wachstumspotenzial sieht Europay vor allem bei kleineren Unternehmen wie beispielsweise Zustelldiensten und auch an Tankstellen beim Zahlen via Bankomatkasse direkt an der Zapfsäule.

Insgesamt wurden 2005 Umsätze von 30,6 Mrd. Euro (nach 28,6 Mrd. Euro 2004) erzielt, davon entfielen 16 Mrd. Euro (plus 1,5 Prozent) auf Bargeldabhebungen mit der Bankomatkarte. 14,7 Mrd. Euro entfielen bereits auf elektronische Zahlungen, ein Plus von 13 Prozent gegenüber 2004. Die Zahl der ausgegebenen MasterCard-Kreditkarten erhöhte sich 2005 um 3 Prozent auf 987.000. Ebenfalls um 3 Prozent auf 6,7 Mio. Stück legten die Bankomat/Maestro-Karten zu. Statistisch gesehen habe somit jeder Erwachsene Österreicher eine Bankomatkarte, so Europay Austria-Geschäftsführer Peter Neubauer heute, Montag, bei einem Pressegespräch. Die Zahl der Quick-Karten legte um 3 Prozent auf 7,2 Millionen zu.

Bei der MasterCard steigen die Umsätze im Vorjahr um 10 Prozent auf 3,4 Mrd. Euro, die Transaktionszahl um 9 Prozent auf 32 Millionen. Heuer sollen mit mehr als 1 Million Karten 3,7 Mrd. Euro umgesetzt werden. Die Maestro-Karte wurde im abgelaufenen Jahr 216 Millionen Mal an der Bankomatkasse eingesetzt, ein Plus von 14 Prozent. Die Umsätze wuchsen um 15 Prozent auf 11 Mrd. Euro. Für heuer sind PoS-Umsätze von 12,4 Mrd. Euro (plus 13 Prozent) und 230 Millionen Transaktionen vorgesehen. Deutlich zulegen sollen heuer die Prepaid-Karten, heuer sollen es mehr als 100.000 Stück sein.

"Quick" legt zu
Die hauptsächlich für Kleinbeträge vorgesehen elektronische Geldbörse "Quick" legte beim Umsatz um 9 Prozent auf 132,6 Mio. Euro zu, bei den Transaktionen um 14 Prozent auf rund 22 Millionen. Heuer soll das "Quick"-Zahlungsvolumen um 8 Prozent auf 140 Mio. Euro steigen, die Transaktionszahl um 12 Prozent auf 25 Millionen.

Die Zahl der Vertragspartner erhöhte sich um 4.500. Die MaestroCard wurde an 83.000 Stellen akzeptiert, die MasterCard an 94.000 und "Quick" an 91.000 Stellen. Heuer soll die Zahl der Bankomatkassen auf 88.000 steigen.

Insgesamt wurden von Europay 393 Millionen Transaktionen abgewickelt, heuer sollen es 450 Millionen sein. Man sei der "less cash society" wieder einen Schritt näher gekommen. Ziel für heuer sei, dem Bargeld 50 Millionen Transaktionen abspenstig zu machen, so Europay-Geschäftsführer Ewald Judt.

Wachstumspotenzial bei kleineren Unternehmen
Wachstumspotenzial sieht die Europay vor allem bei kleineren Unternehmen, beispielsweise mit mobilen Bankomatkassen ausgestatteten Zustelldiensten, aber auch Ärzten. Das Potenzial bei den Händlern liege bei weiteren 40.000 Stellen. Die Hotellerie habe zu 90 Prozent abgedeckt. Beim Bezahlen an der Tankstelle via Bankomatkasse direkt an der Zapfsäule kann der Zahlungsvorgang beschleunigt werden und "Zeit ist Geld", so Neubauer. Bisher habe man einen entsprechenden Vertrag mit dem Diskonter "Jet" abgeschlossen. Im internationalen Vergleich liege Österreich bei der Entwicklung des bargeldlosen Zahlens gut.

Die Kauffreudigkeit der Österreicher habe wieder zugelegt und dieser Trend werde sich fortsetzen, ist die Europay-Führung angesichts der heute vorgelegten Zahlen zuversichtlich.

Beim sicheren Bezahlen via Bankomatkarte im Internet hat Europay derzeit 5.500 Anforderungen für den "Maestro SecureCode". Gestartet wurde damit im November 2005. Bisher haben 200 Händler einen Vertrag. Für das Bezahlen mit der Kreditkarte stehen beim "Online-shopping" bereits 800 Händler mit "MasterCard SecureCode" zur Verfügung. Die Umsätze stiegen 2005 um 65 Prozent. Heuer sollen die e-commerce-Umsätze um 50 Prozent steigen. Die Zahl der Online-Händler bei MasterCard soll auf 1.200 und bei Maestro auf 1.000 steigen.

(apa)