Kosovo-Präsident Rugova ist tot: Hoffen auf einen raschen Start der Verhandlungsrunden

Annan appelliert an alle politischen Kräfte im Kosovo Provinzregierung ordnete fünftägige Staatstrauer an

UN-Generalsekretär Annan vertraut trotz des Todes des Kosovo-Präsidenten Rugova auf einen baldigen Beginn der Verhandlungen über die politische Zukunft der südserbischen Provinz. Annan appelliert an alle politischen Kräfte im Kosovo, einig zu bleiben und mit dem UN- Sonderbeauftragten Ahtisaari bei den Gesprächen in Wien zusammenzuarbeiten.

Die für kommenden Mittwoch geplante erste Verhandlungsrunde mit Serbien über den künftigen Status der Provinz wurde auf Anfang Februar vertagt. Rugova sollte die albanische Delegation führen. Das Kosovo wird zur Zeit von den Vereinten Nationen (UNMIK) verwaltet.

Rugova starb am Samstag im Alter von 61 Jahren an Lungenkrebs. Er hatte mit der von ihm gegründeten Partei LDK das politische Leben Kosovos seit 17 Jahren bestimmt. Der Leichnam Rugovas soll am kommenden Mittwoch beigesetzt werden.

Fünftägige Staatstrauer
Die Provinzregierung und das Parlamentspräsidium ordneten eine fünftägige Staatstrauer an. In der Provinzhauptstadt Pristina versammelten sich am Abend mehrere hundert Menschen um des populären Albanerführers zu gedenken. Rugova soll am kommenden Donnerstag in Pristina beigesetzt werden.

Kurz nach Bekanntwerden des Todes kamen die Führer der Regierungsparteien sowie Vertreter der UN-Verwaltung und der NATO in Pristina zu einer Krisensitzung zusammen. Parlamentspräsident Daci übernahm vorübergehend das Amt des Präsidenten. Ob sich die zerstrittenen Führer der Kosovo-Albaner schnell über einen Delegationsleiter für die Wiener Verhandlungen einigen können, war zunächst ungewiss.

"Weise, engagierte und warme Person"
Der Chef der UN-Verwaltung, Jessen-Petersen, würdigte Rugova als eine "weise, engagierte und warme" Person, die internationalen Respekt genossen habe. Bundeskanzler Schüssel sagte, Rugova habe "mit seiner starken Persönlichkeit" die Politik in Südosteuropa entscheidend mitgeprägt.

Die deutsche Bundeskanzlerin Merkel äußerte sich "bestürzt" über Rugovas Tod. US-Außenministerin Rice sagte, die USA hätten einen "großen Freund" verloren. EU-Kommissionspräsident Barroso nannte Rugova einen großen Anwalt für das Kosovo. (apa)