Konflikt bei der "Kronen Zeitung": Kuhn nach Entlassung "eigentlich fassungslos"!

"Fühle mich als geschäftsführender Chefredakteur" Belegschaft der "Krone" ergreift Partei für Kuhn

Michael Kuhn akzeptiert die fristlose Entlassung durch "Kronen Zeitung"-Hauptgeschäftsführer Hans Dichand nicht: "Ich fühle mich weiterhin als geschäftsführender Chefredakteur." Die Entlassung nehme er nicht hin, eine Klage dagegen beim Handelsgericht sei in Vorbereitung. Die Eskalation macht Kuhn, der seit der Gründung im Jahr 1959 für die Zeitung gearbeitet hat, "eigentlich fassungslos".

"Obwohl ich weiß, dass eine Anweisung existiert, mich nicht mehr ins Haus zu lassen, haben sie mich doch hinein gelassen", berichtete Kuhn. Er sei allerdings "in meiner Arbeit technisch behindert", der Zugang zum Internet sowie das Diensthandy seien abgeschaltet. Dennoch sehe er sich nach wie vor in der Position des geschäftsführenden Chefredakteurs und nehme auch die Redaktionskonferenz, gemeinsam mit Chefredakteur Christoph Dichand, wahr. "Alles andere spielt sich auf der Ebene WAZ-Dichand-Anwälte ab." Er hoffe jedenfalls, "dass die Situation nicht weiter eskaliert als es im Augenblick der Fall ist".

Kuhn nimmt die Kündigung nicht hin, "weil ich der Meinung bin, dass der geschäftsführende Chefredakteur von beiden Gesellschaftern bestätigt wurde und daher nur von beiden entfernt werden kann". Den Entlassungsgrund - ihm werde vorgeworfen, er habe einen Mitarbeiter ermächtigt, sich nicht geleistete Arbeitszeit gutschreiben zu lassen - stellt er in Abrede. "Man kann mit Sicherheit ausschließen, dass ich so blöd bin oder war zu sagen, schreib Stunden, die du nicht geleistet hast." Es habe sich um ein Missverständnis gehandelt, wofür es auch einen Zeugen gebe.

Die Belegschaft der "Kronen Zeitung" hat Partei für Kuhn ergriffen. In einer Betriebsversammlung mit 108 Beteiligten sei einstimmig eine Resolution verabschiedet worden, in der die Rücknahme der fristlosen Entlassung gefordert wurde, berichtete Kuhn, der sich "gerührt" zeigte.

Der Betriebsrat habe mit Dichand über die Entlassung gesprochen, der "Krone"-Hauptgeschäftsführer habe gemeint, das Arbeitsgericht solle entscheiden, sei bei der Versammlung berichtet worden.

(apa/red)