Konferenz in London: Fast neun Milliarden Euro für den Wiederaufbau Afghanistans!

Außenministerium: Wiederaufbau weiterhin Priorität

Afghanistan kann für die kommenden fünf Jahre mit internationaler Wiederaufbauhilfe in einer Höhe von fast neun Milliarden Euro rechnen. Wie am Mittwochabend zum Abschluss der zweitägigen Afghanistan-Konferenz in London bekannt gegeben wurde, sagten Regierungen und internationale Finanzinstitutionen umgerechnet 8,7 Milliarden Euro zu. Größter Einzelgeber sind die USA mit 3,3 Milliarden Euro. Afghanistans Finanzminister Anwar ul-Haq Ahadi dankte der internationalen Gemeinschaft und sagte einen verantwortlichen Umgang mit den Geldern zu.

Bei 80 Prozent der zugesagten Gelder handelt es sich um neue Zusagen, 20 Prozent beziehen sich auf noch nicht geleistete Verpflichtungen aus früheren Zusagen. Mit dem Londoner Ergebnis summieren sich die Finanzzusagen an Afghanistan seit dem Ende der Taliban-Herrschaft 2001 auf nahezu 30 Milliarden Dollar (24,8 Mrd. Euro).

Der britische Außenstaatssekretär Kim Howells sagte, das Maß der Hilfen zeige, "dass Afghanistan ein Schwerpunkt der internationalen Gemeinschaft" bleibe. Zu den größten Gebern in London zählten die Weltbank mit einer Milliarde Euro, die Asiatische Entwicklungsbank mit mehr als 800 Millionen Euro, Großbritannien mit knapp 740 Millionen Euro, Deutschland mit 400 Millionen Euro und Japan mit 375 Millionen Euro.

Finanzminister Ahadi versicherte, die Hilfsgelder seien bei seiner Regierung in guten Händen. Afghanistan halte strenge Richtlinien zur Vermeidung von Korruption ein. Mit den Hilfen werde das Land seine langfristigen Entwicklungsziele umsetzen: "Wir werden eine sehr demokratische und tolerante Gesellschaft aufbauen und eine Marktwirtschaft etablieren, die hoffentlich Wohlstand für alle in Afghanistan bringt."

An der Konferenz in London hatten etwa 70 Länder teilgenommen. Sie verabschiedeten einen Aktionsplan für die kommenden fünf Jahre, der Zielmarken für die Verbesserung von Regierung und Verwaltung, die Stärkung der Rechtstaatlichkeit und der Menschenrechte setzt. Außerdem enthält er Maßnahmen zum Kampf gegen die Taliban-Rebellen und gegen das um sich greifende Drogengeschäft. EU-Ratsvorsitzende Außenministerin Ursula Plassnik (V) bekräftigte in London das Engagement der Europäischen Union beim Wiederaufbau in dem Land am Hindukusch und würdigte die seit 2002 in Afghanistan erzielten Fortschritte.

(apa)