Kolumne "Inside" von

Drittabschlagen

Peter Pelinka über die mögliche Totalveränderung des Parteien- & Regierungssystems

Kolumne "Inside" - Drittabschlagen © Bild: NEWS

Sie sei skeptisch bezüglich einer Dreierkoalition nach der nächsten Nationalratswahl, so Eva Glawischnig im ORF-Sommergespräch. Nicht nur sie ist das. Und nicht nur bezüglich einer Dreierformation unter Einschluss der Grünen. Wenn schon „große“ Koalitionen – die es in gewohnter österreichischer (Un-)Art überhaupt nicht mehr geben wird – aufgrund großen Kompromissbedarfs zu langsam, zu unentschlossen, zu zerstritten agieren, um nötige Reformen zu stemmen, dann werden es Dreierkoalitionen noch viel schwerer haben..

Im konkreten Fall Rot-Schwarz-Grün: Wie soll ein ÖVP-Generalsekretär, für den die Grünen laut neuester Kampfschrift zuständig sind für ungehinderten Rauschgiftkonsum & Familienzerstörung (warum nicht gleich auch für Sodomie und Islamo- Terror?), halbwegs loyal mit diesen Gottseibeiuns in einem Koalitionsboot sitzen? Natürlich wären da klare weltanschauliche Alternativen besser, etwa Rot-Grün versus Schwarz-Blau. Nur wird es das im Herbst 2013 nicht spielen. Keine dieser Optionen wird eine Mandatsmehrheit erringen.

Dafür sorgt schon jene Totalveränderung des Parteiensystems, die sich derzeit abzeichnet: Frank Stronachs „Bewegung“ kann nur an ihm selbst scheitern und die Zehn- Prozent-Marke locker schaffen, vor allem auf Kosten der FPÖ. Selbst die Piraten, in Österreich bis jetzt kaum politikfähig, könnten ins Parlament kommen, vor allem auf Kosten der Grünen. Nur das BZÖ wird wohl beerdigt. Bleibt: eine Fortsetzung von Rot-Schwarz, falls sich das doch ausgeht. Oder irgendeine Form des Drittabschlagens. Nachschlagen im Spielelexikon: „Es gibt keine Sieger und keine Verlierer. Aber es ist lustig.“ Wirklich?

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