Kocht der Gasstreit bald wieder neu auf? Preis für Ukraine soll nur 6 Monate gelten

Keine Stellungnahme der Gazprom oder aus Ukraine

Der Gasstreit zwischen der Ukraine und Russland könnte in diesem Jahr erneut hochkochen und damit wieder zu Lieferengpässen auch für Westeuropa führen. Die zur Beilegung des Streits vereinbarten Preise gelten offenbar nur für ein halbes Jahr, obwohl die Vereinbarung als Dokument mit fünfjähriger Gültigkeit angekündigt worden war.

Wie aus einer Version des Vertrags hervorging, die am Montag auf der Internetseite der früheren ukrainischen Ministerpräsidentin Julia Tymoschenko zu lesen war, gelten die abgesprochenen Preise jedoch nur für sechs Monate.

Der Vereinbarung zufolge zahlt Russland Gebühren für den Transport von Erdgas durch Leitungen in der Ukraine. Durch den westlichen Nachbarn leitet Russland 80 Prozent seiner Erdgasexporte nach Europa. Hier wurden die Preise bis 2011 festgeschrieben. Tymoschenkos Internetseite zufolge hat die Ukraine auch zugestimmt, russisches und zentralasiatisches Gas für 95 Dollar pro 1000 Kubikmeter zu kaufen - allerdings nur für die ersten sechs Monate 2006.

Weder beim russischen Erdgas-Riesen Gazprom noch beim ukrainischen Gasunternehmen Naftogaz war zunächst jemand für eine Stellungnahme zu erreichen. Tymoschenko will das Abkommen gerichtlich anfechten.

Russland hatte der Ukraine am Neujahrstag den Gashahn zugedreht, weil sie sich weigerte, künftig eine Verfünffachung der Preise auf 230 Dollar je 1000 Kubikmeter zu zahlen. Als die Einigung verkündet wurde, hatte es noch geheißen, die Ukraine kaufe bis zum 1. Jänner 2011 russisches Gas für 230 Dollar und einen Mix aus russischem und zentralasiatischem Gas für 95 Dollar pro 1000 Kubikmeter.
(apa/red)