Kinderpornografie von

Richter vor Gericht

Geldstrafe und fünf Monate bedingt wegen Besitzes von Kinderpornographie am PC

Kinderpornografie - Richter vor Gericht

Es war ein mildes Urteil für den Salzburger Strafrichter. Der Jurist ist wegen Kinderpornos auf seinem Privatcomputer im Landesgericht Steyr zu fünf Monaten bedingter Haft auf drei Jahre verurteilt worden. Außerdem muss er eine unbedingte Geldstrafe von insgesamt 2.250 Euro zahlen und die Kosten des Verfahrens tragen. Sein Amt darf der Richter jedoch weiterhin ausüben. Eine bereits freiwillig begonnene Psychotherapie muss er fortsetzen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Die Ermittler der Polizei stellten fest, dass der Jurist heuer von Anfang Februar bis kurz vor einer Hausdurchsuchung im August kinderpornografische Darstellungen im Internet betrachtet und teilweise heruntergeladen hatte. Er wurde daraufhin vorübergehend vom Dienst suspendiert. Das Verfahren gegen ihn wurde nach Steyr ausgelagert, um dem Anschein vorzubeugen, seine Kollegen in Salzburg könnten voreingenommen oder parteiisch agieren.

Richter in "Ausnahmesituation"
Die Verhandlung in Steyr fand teilweise unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, weil der höchstpersönliche Lebensbereich des Angeklagten beleuchtet wurde. Der Staatsanwalt wies in seinem Plädoyer darauf hin, dass in diesem Fall ein Mensch und nicht ein Richter beschuldigt werde, strafbare Handlungen begangen zu haben, die er auch umfassend gestanden habe. Bei dem Beruf des Angeklagten seien aber auch höhere Maßstäbe an die Moral und die gesamte Lebensführung anzulegen.

In der Urteilsbegründung wurde bekannt, dass sich der Richter während der Tatzeit in einer psychischen Ausnahmesituation befunden habe, weil er seit Anfang 2007 keinen Urlaub mehr gehabt habe und auch unter einem Burn-out-Syndrom leide. Bei der Bemessung der Strafe wurden unter anderem das Geständnis und die bisherige Unbescholtenheit mildernd berücksichtigt. Aus generalpräventiven Gründen - in neun Tagen waren auf die entsprechende Kinderpornoseite im Internet Zugriffe von insgesamt 400 verschiedenen Computern registriert worden - sei es allerdings üblich, Geldstrafen unbedingt zu verhängen, argumentierte der verhandlungsführende Richter.

Noch nicht rechtskräftig
Der Strafrahmen für das angeklagte Delikt der pornografischen Darstellung Minderjähriger beträgt bis zu zwei Jahren. Übersteigt die ausgesprochene Freiheitsstrafe ein Jahr oder die unbedingt ausgesprochene Freiheitsstrafe sechs Monate, bedeutet dies bei Beamten laut Gesetz den Amtsverlust.

Der Angeklagte erbat sich nach der Urteilsverkündung drei Tage Bedenkzeit. Auch der Staatsanwalt gab keine Erklärung ab - somit ist der Richterspruch noch nicht rechtskräftig.

Kommentare

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Porno Richter Jemanden in einem Richteramt zu belassen der selbst nicht Recht von Unrecht unterscheiden kann zeigt wie schwach und krank unser Rechtssystem ist. Bananenrepublik eben.

wintersun melden

Re: Porno Richter Eigentlich darf man in Österreich niemanden der "was zu sagen hat" noch ernst nehmen. Jeder zweite korrupt, Justiz von Parteien unterwandert welche unabhängige Verfahren geschickt zu drosseln wissen, Richter die Kinderpornos konsumieren usw. usw.

Wie soll man denn vor solchen Personen noch Respekt haben frag ich mich?

Was mich gerade so aufregt ist, dass der Herr seinem Beruf unverblühmt weiter nach gehen darf, jeder, absolut jeder in der Privatwirtschaft wäre seinen Job los. Und dann auch noch Richter, ja man kann es nicht glauben.

günza melden

Burn-out lieber tozion: Ich selbst hatte auch schon einmal so etwas wie ein Burn-out und war komplett ausgebrannt und wußte nicht mehr wie es weitergehen sollte. Meine Familie hat mir damals sehr geholfen und als ich das Problem (waren meine beiden Geschäftspartner) entfernt hatte wurde es wieder richtig lebenswert. Heute - 7 Jahre danach - geht es mit sehr gut und so etwas möchte ich nie wieder erleben. Es ist schon arg, wenn man sich selbst um die Ecke bringen will, weil man von zwei Idioten (weis ich auch erst seit ein paar Jahren) so hinuntergedrängt wird. Ich hatte aber zu diesem Zeitpunkt kein Interesse an irrgendetwas und schon gar nicht an Sex.

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Re: Burn-out Ihr bezeichnet da ein Krankheitsbild mit einem falschen Begriff. Burnout Ist irgendwie so ein Modewort der heutigen Zeit. Jeder behauptet ein Burnout zu haben sobald er etwas Stress hat und es mal nicht so rund läuft. Das was ihr meint ist eine Depression. Hab schon mit einigen Leuten geredet die behauptet haben ein Burnout zu haben, war aber meistens nur Schall und Rauch. Früher nannte man es Stress bzw. stressige Zeit heutzutage hat es einen kommerziellen Namen: BURNOUT. Unterstützt wird das von der Pharmaindustrie die daran verdient. Wir leben in einer Welt voller Hypochonder. Das was ihr beschreibt war eine Depression und die kann sicher nicht vorgetäuscht werden.

günza melden

Na sowas aber auch der Arme hatte ja so lange keinen Urlaub und hatte Streß. Da hoffe ich aber, daß andere Personen dehnen es ebenso ergeht nicht gleich zu Pädofilen werden und sich Kinderpornos ansehen. Und seinen Job verliert er auch nicht. Der kann ja nicht zwischen Falsch und Richtig unterscheiden und darf vielleicht auch noch über andere in Zukunft richten, na servas, weit sind wir in unserer Gesellschaft gekommen.

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Re: Na sowas aber auch Die Urteile werden wirklich immer schwammiger.

Erstens ist Burnout keine wissenschaftlich nachweisbare Krankheit sondern eher Einbildung. Burnout ist eher eine volkstümliche Bezeichnung für Depression. Jemand der behauptet ein Burnout zu haben, hat in den wenigsten Fällen eine wirkliche Depression, welche wirklich grobe Auswirkungen auf das persönliche Leben haben kann. Hat also mMn vor Gericht so nichts verloren.

Zweitens: Wenn ein Richter nicht mit enormen Stress umgehen kann sollte er seinen Beruf aufgeben.

Drittens: Eine BEDINGTE Haftstrafe und eine Geldstrafe von NUR 2250 € für einen Richter ist aus generalpräventiver Sicht definitiv eine falsche Botschaft an die Bevölkerung.

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Re: Na sowas aber auch sry günza wollte mit meinem ersten Kommentar eigentlich nicht auf deinen Post antworten. Stimme dir jedoch vollkommen zu. Selbst eine wirkliche Depression ist kein (quasi) Freibrief für Kinderpornos. Spricht ja nichts dagegen sich gegen den Stress gepflegt einen von der Palme zu schütteln, dafür gibts aber eh mehr als genügend normale Pornos.

LG

wintersun melden

Re: Na sowas aber auch Wahnsinn, und so ein "Mann" darf weiterhin über das Schicksal anderer richten. Vielleicht mal über einen der Kinderpornographie konsumiert?
Meiner Meinung nach ist so jemand absolut untragbar in so einem verantwortungsvollen Amt!
Das ist ja wie ein Polizist der stiehlt! So jemanden kann man nicht mehr ernst nehmen.
Ein Burnout-Syndrom ist KEIN Grund sich sowas anzusehen, DER MANN LÜGT!!!

wintersun melden

Re: Na sowas aber auch @tozion:
Kennen Sie Leute mit einem "schweren" Burnout-Syndrom?
Ich habe jemanden im engsten Familienkreis, der sich deswegen fast getötet hätte.
Weiters kenne ich Leute die deswegen arbeitsunfähig wurden und in eine Nervenklinik auf Therapie mussten.
Aber, alles nur Einbildung...
Diese Krankheit aber als Vorwand für solche Schweinereien zu benutzen zeigt eh nur wie schlimm es um den Herren steht.

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