Keine Plastiksackerl im Südseestaat Palau:
Senator sieht Müll als Bedrohung für Inseln

"Präventiv-Gesetz" zum Schutz der Umwelt erlassen Import von "Sackerln" steht nun ebenso unter Strafe

Keine Plastiksackerl im Südseestaat Palau:
Senator sieht Müll als Bedrohung für Inseln

Keine "spontanen Einkaufstaschen" mehr in Palau: Senator Santy Asanuma erließ für den Inselstaat nämlich ein Gesetz, das den Einsatz von Plastiktüten im Einzelhandel verbietet, wie das Pacific Magazine neulich berichtete. Damit soll eine Umweltkatastrophe vorgebeugt werden, wie sie durch eine Verunreinigung des Taucherparadieses mit Plastikmüll zweifelsohne der Fall wäre.

Palaus Unterwasserwelt zählt zu den artenreichsten der Erde, weshalb sie zu einem der beliebtesten Paradiese für Taucher avanciert ist. Nicht zuletzt deshalb beantragte Senator Santy Asanuma das Verbot der potenziellen Umweltgefahr: "Die Plastiktüten, die praktisch überall abgegeben werden, bedrohen unsere natürlich schöne Umwelt", so der Senator. Das Gesetz tritt ab sofort in Kraft, und sieht vor, dass jeder Laden, der Plastiksackerl anbietet, 100 Dollar Strafe pro Stück berappen muss.

Auch Ausländer betroffen
Die Hände in Unschuld waschen können aber auch keineswegs Touristen, die Palau besuchen, denn auch sie werden unter Strafe gestellt, wenn sie Plastiksackerl "importieren". Einziger Unterschied: Sie werden lediglich mit einem Dollar pro Sackerl geahndet. Die strenge Regelung argumentiert der Senator plausibel: "Palaus Identität basiert auf seine natürliche Schönheit", so Asanuma. Umweltschutzorganisationen bestätigen übrigens seine Bedenken: So gehen beispielsweise Greenpeace-Forscher davon aus, dass von den etwa 100.000 Mio. Tonnen Plastik, die weltweit jährlich produziert werden, ein Zehntel im Meer landet. (red)

Webtipp: www.pacificmagazine.net