Keine Medaillenchance für Österreich: Rettl und Penz im Skeleton-Finale abgeschlagen

Gold für Gibson (CAN) vor Pain (CAN) & Stähli (SUI) Rettl landet auf Platz 13, Penz belegt 16. Endrand

Die kanadischen Weltmeister der drei vergangenen Jahre haben den Olympia-Sieg im Herren-Skeleton unter sich ausgemacht. Duff Gibson, Weltmeister 2004 und Gewinner der Generalprobe auf der Olympiabahn in Cesana Pariol, eroberte am Freitag Abend Gold, 0,26 Sekunden vor dem favorisierten Jeff Pain, dem Champion von 2003 und 2005. Der Schweizer Gregor Stähli (+0,92) sicherte sich so wie 2002 Bronze. Die Österreicher verpassten die angepeilten Top-Ten-Ränge deutlich: Martin Rettl belegte Platz 13 (+2,88), Markus Penz landete nur an der 16. Stelle (+3,18).

Gibson war früher im Eisschnelllauf und im Bobsport aktiv gewesen, sieben Jahre nach dem Wechsel zum Skeleton erntete er nun den höchsten Lohn in der spektakulären, aber sichersten Eiskanal-Sportart. Der 39-Jährige aus Calgary hatte bereits nach dem ersten Lauf geführt. Für Weltcupsieger Pain blieb Silber, er vergab den Sieg durch mehrere Bandenberührungen im Finish, als sein 42 kg schwerer Schlitten fast gekippt wäre.

Der Schweizer Stähli zeigte, was auch für Rettl möglich gewesen wäre, der in Salt Lake City Silber vor dem Eidgenossen erobert hatte. Der Innsbrucker ging weiterhin seinem Beruf als Fluglotse nach und geriet gegenüber den Nordamerikanern in Rückstand, Stähli wechselte hingegen 2004 ins Profilager, um seine Chance erneut zu nützen. Und holte bei der zweiten Olympia-Auflage seines Sports nach jahrzehntelanger Unterbrechung wieder Edelmetall.

Für Rettl, der gemeinsam mit Stähli der am längsten aktive Skeleton-Pilot ist, hatte sich die Frage einer Profilaufbahn nie gestellt. "Da hätte ich meine Fluglotsenlizenz verloren", sagt er und nahm den Rückfall in den Ranglisten relativ gelassen hin. Bei den Winterspielen erreichte er auch sein niedriger angesetztes Ziel nicht. "Ich habe im ersten Lauf gleich oben einen schweren Fehler gemacht", sagte der Weltmeister von 2001. Im zweiten Lauf büßte er noch einen Rang ein.

"Wichtig ist, dass bei uns im Verband künftig wieder der Sport im Vordergrund steht. Wir brauchen ein richtiges Trainerteam und müssen eine Weltcup-Mannschaft aufbauen. Denn wir sind nicht so weit weg von der Spitze", sagte Rettl. Der EM-Dritte Penz, der sich zuletzt dank Bundesheer-Unterstützung ein halbes Jahr lang profimäßig vorbereiten konnte, behielt seinen 16. Halbzeit-Rang. Er war mit der Bahn schon im Training nicht gut zurecht gekommen.

(apa/red)