Keine Medaille für Österreichs Herren im Snowboardcross: Gold an US-Boy Wescott

Krassnig scheitert im Halbfinale - Platz acht Gelungene Olympiapremiere für SBX in Turin

In der ersten olympischen Snowboard-Entscheidng mit rot-weiß-roter Beteiligung ist Österreich ohne Medaille geblieben. Dieter Krassnig kam am Donnerstag im Snowboardcross der Herren zwar bis ins Halbfinale, schied dort aber aus und belegte in der Endwertung Platz acht. Das erstmals vergebene Gold in diesem gelungenen Bewerb ging in Bardonecchia vor tausenden Zuschauern an den US-Amerikaner Scott Wescott, der in einem spannenden Finale den Slowaken Radoslav Zidek hauchdünn niederkämpfte. Bronze holte der Franzose Paul-Henri Delerue.

Alle vier Österreicher hatten sich am Vormittag problemlos für die Runde der letzten 32 qualifiziert. Gleich in der ersten Runde des Achtelfinales kam dann aber nicht nur für Topfavoriten wie Xavier Delerue (FRA) oder Drew Neilson (CAN), sondern auch für Lukas Grüner und Mario Fuchs und damit die zwei Österreicher, die in dieser Saison schon einen SBX gewonnen hatten, das Aus. "Ich habe den Start verhaut, damit war's eh schon vorbei", sagte ein enttäuschter Fuchs. Auch Grüner war fassungslos. "Natürlich ist das eine große Enttäuschung. Gleich in der ersten Runde rauszufliegen, hätte ich nicht erwartet."

Hans-Jörg Unterrainer erwischte es dann mit Riesenpech im Viertelfinale. Der Salzburger lag lange auf Platz zwei, musste nach einem missglückten Sprung aber einen Konkurrenten innen passieren lassen. "Da war mehr drin. Ich hab' den Sprung nicht gut gedrückt und hatte dann zu wenig Speed, musste mich also innen überholen lassen. Ich hab' dann nochmals voll attackiert, aber es ging nichts mehr. Es war eine Schlacht da runter. Wir sind alle volles Risiko gegangen und haben draufgezahlt", ärgerte sich Unterrainer.

Risiko unbelohnt
Unbezahlt blieb auch das Risiko bei Routinier Krassnig, der seine bereits dritten Spiele bestreitet. Der 32-jährige Hardboot-Fahrer aus Klagenfurt handelte sich im Halbfinale schon am Start einen vorentscheidenden Rückstand ein, kämpfte dann wie ein Löwe um den Finaleinug und eine Medaillenchance, musste am Ende aber sogar zu Boden. Im kleinen Finale war dann natürlich die Luft draußen.

"Ich war zwar Vierter, bin aber in idealer Position innen reingepresst. Es war aber im Gegensatz zu gestern nicht mehr eisig, deshalb bin ich zu sehr eingesunken. Sonst bin ich mit diesem Manöver dort vorne und überhole Delerue", erklärte Krassnig, gab aber auch zu: "Grundsätzlich hab ich es am Start vergeben. Wenn der besser gewesen wäre, hätte mich keiner mehr überholt."

"Unsere Jungs sind etwas unter dem Wert geschlagen worden", nahm ÖSV-Koordinator Christian Galler die Niederlage hin. Krassnig habe es schon am Start vergeben. "Er hat aber super zurückgefightet, leider auf einer Linie, von der wir wussten, dass sie die langsamere ist." Natürlich sei man enttäuscht. "Denn man fährt hierher, um eine Medaille zu holen. Das ist uns heute nicht gelungen. Aber wir haben noch drei Rennen und der Freitag ist ein neuer Tag."

Am Freitag geht der Damen-SBX in Szene, Doresia Krings und Doris Günther kämpfen dabei für Österreich um Medaillen. Damenchef Walter Hinterhölzls Erkenntnisse: "Die bessere Seite für den Start steht fest. Schon bei den Herren waren viele übernervös und haben Fehler gemacht. Ich kann den Mädchen nur raten, ruhig und auf der besprochenen Linie zu bleiben. Die ist verdammt schnell."

(apa)