Keine Besserung: EU hinkt bei Innovations-kraft weiter hinter USA und Japan her!

EU-Kommission: "Abstand wird sich nicht verkleinern" Schweden im weltweiten Vergleich auf erstem Platz

Die Innovationsleistung der EU ist insgesamt "enttäuschend", weil sie nicht so gut sei, wie sie sein könnte und deutlich hinter den USA und Japan her hinke. "Sollte der Trend sich fortsetzen, wird sich die Innovationskluft zwischen den USA und der EU nicht schließen", stellte die EU-Kommission bei der Präsentation des 5. Innovations-Scoreboard in Brüssel fest. Gegenüber Japan sei die Lücke 2005 sogar noch größer geworden.

Im weltweiten Vergleich liegt zwar Schweden bei der Innovationskraft zwar an der Spitze, die gesamte EU liegt im Schnitt allerdings weit abgeschlagen erst auf Platz 16, während sich Japan auf Platz vier und die USA auf Platz sechs finden. Österreich liegt im weltweiten Ranking auf dem 8. Platz und in der EU auf dem 5. Damit ist Österreich an der Spitze jener Länder, die eine durchschnittliche Innovationsleistung aufweisen, wie Frankreich, Luxemburg, Irland oder auch Großbritannien.

Österreich sei eines jener Länder, die derzeit in der besten Position sind, in die Spitzengruppe aufzurücken, betonte ein Kommissions-Experte. Die gute Position verdanke Österreich dabei weniger seinen Innovationen in der High Tech-Industrie sondern eher den Technologien im mittleren Bereich. Besonders schwach schneidet Österreich bei den so genannten Innovations-Treibern - gemessen an Hochschulabschlüssen - ab. Hier liegt Österreich nur auf Platz zwölf. Grund dafür ist - trotz einiger Verbesserungen, wie die EU-Kommission anmerkt - die unterdurchschnittliche Zahl von Hochschulstudenten und Absolventen von Wissenschaft und Technik. Hier sieht die EU-Kommission aber auch eine natürliche Grenze für Verbesserungen: Die Gruppe der 15- bis 19-Jährigen sei in Österreich im EU-Vergleich besonders klein.

Der Innovationsanzeiger macht auch die großen Unterschiede zwischen den EU-Staaten deutlich, sowie das Faktum, dass gute Wirtschaftsdaten, nicht zwangsläufig mit hoher Innovationsfähigkeit einher gehen. Spanien etwa findet sich als "alter" Mitgliedstaat gemeinsam mit Estland, der Slowakei sowie den Beitrittsländern Bulgarien und Rumänien und der Türkei in der Gruppe jener Länder, die bei Innovation an Boden verlieren. Unter den Ländern, die zuletzt kräftig aufgeholt haben, sind Slowenien, Ungarn, Portugal und Tschechien.

Die EU investiert im Schnitt ein Drittel weniger in Forschung als die USA. Nicht zuletzt deshalb hat die EU-Kommission Mitte Oktober 2005 erstmals ein integriertes Konzept für Forschungs- und Innovationspolitik in der EU vorgelegt, mit dem die Bedingungen für Innovationen deutlich verbessert werden sollen, darunter Änderungen im Förderwesen oder bessere Zusammenarbeit zwischen Unis und Industrie. (apa)