Kein gutes Zeugnis: Wettbewerbsfähigkeit Österreichs hat sich stark verschlechtert

Im Vergleich mit kleinen Staaten zurückgefallen Schneider: Österreich hat "erheblichen Aufholbedarf"

Im Vergleich mit kleineren europäischen Volkswirtschaften hat Österreich an Wettbewerbsfähigkeit verloren. Dies ergab eine aktuellen Benchmarking-Studie der Johannes Kepler Universität Linz von Prof. Friedrich Schneider und Michael Holzberger.

"Wir liegen auf relativ schlechtem Platz", so Schneider am Freitag zur APA. Österreich habe erheblichen Aufholbedarf. Auch bei der "Regierungseffizienz", beispielsweise der Budgetpolitik, Grundausstattung mit Infrastruktur und Bildung, sei Österreich schlecht platziert. Gut abgeschnitten habe Österreich hingegen bei Gesundheit und Umwelt.

In der vorliegenden Studie wird - im Wesentlichen über den Zeitraum 1998 bis 2004 - untersucht, wie sich die volkswirtschaftliche Leistungsfähigkeit der kleinen EU-Staaten (Österreich, Belgien, Dänemark, Finnland, Irland, Niederlande, Schweden ,Schweiz) darstellt. Als Benchmarkt-Messlatte dienen die Durchschnittswerte aller dieser Länder. Verglichen wird auch mit nur den drei Ländern Finnland, Irland und den Niederlanden und der EU-15. Dabei wird ein Vergleich von Stärken und Schwächen Österreichs mit den kleinen europäischen Volkswirtschaften vorgenommen.

"Kein gutes Zeugnis"
Die Studie kommt zu dem Schluss, "dass Österreich kein gutes Zeugnis auf Grund der Benchmark-Analyse ausgestellt werden kann". Insgesamt wurden 60 Vergleichswerte herangezogen. Gegenüber dem Acht-Länder-Durchschnitt kommt Österreich bei 23 Indikatoren zu bessern und bei 37 zu schlechteren Bewertungen.

Bei vielen zu Grunde gelegten Indikatoren kann Österreich im Ländervergleich keine einzige bessere Bewertung für sich behaupten. Dies gilt unter anderem für den Anteil der Hochtechnologie an den Gesamtexporten, für die Erwerbsquote in der Altersgruppe der 55- bis 64-jährigen, für die Arbeitsproduktivität, für die öffentliche Pro-Kopf-Verschuldung und für die Steuerquote von Niedriglohnempfängern.

Bei einigen Indikatoren konnte Österreich hingegen besser abschneiden als die vergleichbaren Durchschnitte. Dazu gehören die Arbeitslosenquote, die Jugendarbeitslosenquote, die Langzeitarbeitslosenquote , die Energieintensität der Wirtschaft, der Bildungsstandard der Jugendlichen, die Bruttoanlageninvesitionen des privaten Sektors, der Anteil der Elektrizität aus erneuerbaren Energiequellen am Stromverbrauch und die gesamten Exporte

(apa)