Schadenersatz von

Grasser verklagt Steuerberater

Ex-Finanzminister wirft Deloitte bei Firmenkonstruktionen falsche Beratung vor

Karl-Heinz Grasser © Bild: APA/Schlager

Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser, gegen den ein Steuerverfahren anhängig ist, klagt seinen früheren Steuerberater Deloitte auf Schadenersatz, berichtet der "Kurier". Grasser werfe Deloitte vor, ihn im Zusammenhang mit der Gründung eines Steuer-Konstrukts mit Stiftungen in Liechtenstein, Zypern und auf den British Virgin Islands falsch beraten zu haben und fordere 366.600 Euro Schadenersatz.

Am vergangenen Mittwoch haben Grasser und seine Beratungsfirma Valuecreation beim Handelsgericht Wien eine Schadenersatzklage eingebracht – gegen das Steuerberatungsunternehmen Deloitte und den Deloitte-Partner Peter Haunold. Das bestätigt Ex-Justizminister und Anwalt Dieter Böhmdorfer, der eine 25 Seiten starke Klage verfasst hat, der Zeitung.

„Wir haben die Klage noch nicht erhalten, sie kommt für uns aber nicht ganz überraschend“, sagte Deloitte-Partner Harald Breit dem "Kurier". Man habe "vollkommen korrekt gehandelt" und es seien "keine Beratungsfehler begangen worden". "Wir werden alle juristischen Mittel ausschöpfen, um uns zu wehren."

Steuerberater soll die Verantwortung übernehmen

"Vor Gericht wird Herr Grasser den Beweis führen, dass er die steuerliche Beratung ausschließlich dafür in Anspruch genommen hat, um eine korrekte und problemlose Veranlagung seines Einkommens und Vermögens vornehmen zu lassen“, so Böhmdorfer im "Kurier". "Selbstverständlich wollte er (Grasser, Anm.) auch, dass durch die steuerlichen Maßnahmen keine unnötigen Kosten entstehen." Sein Mandant gehe nach wie vor davon aus, dass die angeratene Konstruktion korrekt ist, so der ehemalige Justizminister. Sollten die Finanzbehörden oder ein Gericht schlussendlich zu einem gegenteiligen Schluss kommen, liege die Verantwortung nicht bei Grasser, sondern beim Steuerberater.

Laut Klage soll Deloitte dem Ex-Minister zur Gründung der Beratungsfirma Valuecreation GmbH, der Liechtensteiner Stiftung Waterland und fünf weiteren Auslands-Gesellschaften geraten haben. Dabei soll ihn die Steuerberatungsfirma "in keinster Weise darüber aufgeklärt haben, dass die empfohlene Konstruktion mit rechtlichen Risiken behaftet sein könnte".

"Hätte er gewusst..."

Hätte er gewusst, bringt Grasser nun vor, dass die Rechtmäßigkeit seines Firmengeflechts von der Steuerbehörde "auch nur in Zweifel gezogen werden könnte, hätte er sich für eine andere Konstruktion entschieden". Auch habe er seinen Steuerberater im Frühjahr 2009 beauftragt, "die gesamte Konstruktion im Zuge der Steuererklärungen 2007 dem Finanzamt offenzulegen".

Grasser fordert laut "Kurier" von Deloitte nicht nur angeblich „überhöhte Honorare“ zurück, weil man ihm eine „unnötig kostenaufwändige Firmenkonstruktion“ angedient hat, sondern auch jene bisher knapp 92.000 Euro Rechtsanwalts - und Beraterkosten, die ihm jetzt durch das Steuer- und Finanzstrafverfahren entstehen.

Grasser muss 5,4 Millionen Steuern nachzahlen

Von der Finanz waren im Februar neue Einkommensteuerbescheide erstellt worden, wonach Grasser für die Jahre 2003 bis 2010 insgesamt 5,4 Mio. Euro an Steuer nachzahlen soll. Grasser hat dagegen berufen und einen Zahlungsaufschub erwirkt. Grasser soll einen Teil seiner Honorare von Meinl über Gesellschaften bzw. Stiftungen in Liechtenstein und Zypern geleitet und nicht versteuert haben. Die Finanzverwaltung sah es als erwiesen an, dass Grassers Stiftungskonstruktionen in Liechtenstein nebst angeschlossenen Briefkastenstrukturen auf Zypern und den Britischen Jungferninseln darauf ausgerichtet waren, die Honorare aus seinem Meinl-Engagement den "österreichischen Besteuerungsgrundlagen" zu entziehen.

Kommentare

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unter uns gesagt,sollte jemand für diese Republik Finanzminister gewesen sein,ist man als Bürger schon der Meinung das für dieses Gehalt, das man als gebildeter Politiker bekommt - auch weiß was man dafür an Wissen dafür zu bieten hat.Vom Thema hier, kratzt sich also der Bürger am Kopf und denkt es kann jeder Hilfsklassler den Job machen - oder?

Bananenbiager melden

Schlimmer ist, der Hilfskassier Grasser hat das als FM gemacht mit voller Absicht.
Und jetzt versucht er auf Grund seiner ehemaligen Stellung alle Mundtot zu machen.
Diese Bagage unter Schüssel hält die Justiz seit Jahren zum Narren und es wird toleriert.
Das ist so beschämend für ein land wie Österreich.

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