Kärnten-Wahl von

Landeshauptmann Peter Kaiser

Marathonmann hat das große Ziel erreicht - Erstmals seit 1989 wieder Nummer Eins

Peter KAiser jubelt © Bild: APAHERBERT NEUBAUER

Der 54-jährige Klagenfurter Peter Kaiser hat am Sonntag laut Umfragen das ersehnte Ziel erreicht. Seit drei Jahren an der Spitze der Kärntner SPÖ, hat er es bei der Landtagswahl geschafft, die SPÖ erstmals seit 1994 wieder zur Nummer Eins zu machen. Der Sessel des Landeshauptmannes ist ihm nicht mehr zu nehmen.

Kaiser übernahm 2010 eine Partei, die am Boden lag. Die Niederlagenserie gegen Jörg Haider hatte die Funktionäre demotiviert, die Parteifinanzen lagen im Argen, die Zentrifugalkräfte waren enorm. Nur wenige trauten ihm zu, die Partei zu befrieden und die notorisch rebellischen Bezirkskaiser auf Linie zu bringen. Doch es gelang ihm, er verjüngte die Funktionärsriege und sanierte die Parteifinanzen. Und im Wahlkampf waren die roten Reihen erstmals wieder geschlossen, die Mitarbeiter liefen sich beim Klinkenputzen die Absätze schief - mit Erfolg.

Peter Kaiser wurde am 4. Dezember 1958 in Klagenfurt geboren. Nach der Matura 1977 war er Vertragsbediensteter des Landes Kärnten. In die Politik kam Kaiser über die Sozialistische Jugend. Er zog bereits 1989 erstmals in das Landesparlament ein, wo er eine Periode als Jugendsprecher fungierte. 1996 war er SPÖ-Spitzenkandidat für die Europawahl, seit 2001 ist er wieder Landtagsabgeordneter, im Oktober 2005 wurde er Klubobmann, 2008 Landesrat. Seit knapp drei Jahren ist er Landeshauptmannstellvertreter, zuständig unter anderem für die Gesundheitsagenden.

Der Vater eines Sohnes ist leidenschaftlicher Marathonläufer, Ausdauer ist auch ein Attribut, das seine politische Arbeit gut umschreibt. Er ist kein Polterer und kein Demagoge, brachte aber mit Zielstrebigkeit nicht nur die Parteierneuerung durch, sondern setzte auch in der Landesregierung seine gesundheitspolitischen Ziele durch und brachte die FPK dazu, die von ihr initiierte Entmachtung seiner Person als Gesundheitslandesrat wieder zurückzunehmen.

Kommentare

Scheint mir jedenfalls ein tauglicher Mann zu sein und hoffentlich bleibt's so, dass er a bissl farblos, langweilig und kein Polterer ist, sondern eher sachorientiert. Denn Gott sei Dank haben die Kärntner endlich verstanden, dass ein Dauerhändeschütteln, Schulterklopfen, ein freches Duzen von jedermann und Inkompetenz gepaart mit Eigenliebe keine Qualifikationen für Landesämter sind, weil man in der Politik nunmal Amtsträger wählt und nicht den Grüßaugust irgendeines Lokals.

Naja, und was die zukünftige Arbeit anbelangt, sollte man wohl von Anfang an klipp und klar sagen, dass es in nächster Zeit weder Honigschnecken noch Streuselkuchen geben wird, weils andere schon zusammengefressen haben. Erstens macht das dann klar, dass politische Fehlentscheidungen auf den Bürger zurückwirken und jede Zeche irgendwann zu zahlen ist und man kann ohne die Bürde von finanzintensiven Versprechen an die Erneuerung Kärntens gehen. Denn nicht nur das Geld ist dort aus, es läuft auch die Zeit davon. Also alles Gute, lustig wird's sicher nicht.

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