Kältewelle in Russland: Mindestens 24 Tote bei Temperaturen von bis zu minus 30 Grad

Stromabschaltungen und Aussetzer bei den Öffis

Bei Temperaturen bis minus 30 Grad sind in Russland am Dienstag und Mittwoch mindestens 24 Menschen ums Leben gekommen. Binnen 24 Stunden seien in der Region Nowgorod zwölf Menschen erfroren, zehn weitere im Gebiet um Wolgograd und zwei in Moskau, meldeten russische Nachrichtenagenturen. Seit Winteranfang fielen in Russland schon über 100 Menschen der bitteren Kälte zum Opfer.

Bei einem Unfall auf einem vereisten Fluss kamen am späten Dienstagabend außerdem sechs Businsassen ums Leben, wie das Notfallministerium am Mittwoch mitteilte. Laut einem Fernsehbericht lenkte der Fahrer den Minibus über den zugefrorenen Fluss Oka, um das Geld für die Autofähre zu sparen. Das mit 15 Personen vollkommen überladene Fahrzeug brach jedoch ein.

Für die Nacht zum Donnerstag wurde ein weiterer Temperaturrückgang auf minus 35 Grad vorhergesagt. Der landesweite Stromverbrauch erreichte am Dienstag mit 146.000 Megawatt einen Rekord, wie der Energieversorger RAO mitteilte. Ein solcher Wert sei seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion vor 15 Jahren nicht erzielt worden.

Da auch der Gasverbrauch in Russland anstieg, reduzierte der Staatskonzern Gasprom offenbar seine Exporte Richtung Westen. Die Lieferungen an Ungarn seien eingeschränkt worden, und dies werde auch weitere Staaten treffen, berichtete die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf Unternehmenskreise. Alle betroffenen Kunden seien informiert worden. Es handle sich um eine vorübergehende Maßnahme. Erst zu Jahresbeginn hatte Gasprom wegen eines Streits über den Lieferpreis für die Ukraine vorübergehend den Gashahn abgedreht, in Deutschland und anderen mitteleuropäischen Staaten fiel daraufhin der Druck in den Pipelines ab.

(apa/red)