Italien gewinnen Langlauf-Staffel vor den Deutschen & Schweden: Österreich Letzter!

Rot-weiß-rote Staffel aus dem Bewerb genommen

Gastgeber Italien jubelt über die wichtigste Goldmedaille in den nordischen Bewerben der XX. Winterspiele. Fulvio Valbusa, Giorgio di Centa, Pietro Piller Cottrer und Cristian Zorzi eroberten am Sonntag in Pragelato den Olympiasieg im Langlauf-Staffelbewerb der Herren.

Beim ersten Triumph nach dem für die Azzurri legendären Sieg in Lillehammer 1994 setzte sich Italien 15,7 Sekunden vor Deutschland durch. Schlussläufer Tobias Angerer verwies im Sprint den Schweden Mathias Fredriksson (+16,0) auf Rang drei. Österreich wurde von der Renn-Jury wegen großen Rückstandes an 16. Stelle liegend aus dem Rennen genommen.

Die Italiener waren aus dem Häuschen, Österreichs Langläufer kehrten deprimiert in ihre Unterkunft zurück. Sie waren dort in der Nacht zuvor Ziel einer Anti-Doping-Razzia der italienischen Behörden mit Hausdurchsuchung und Leibesvisitation geworden und wurden anschließend von Angehörigen der Welt-Anti-Dopingagentur zu einer Dopingkontrolle nach Sestriere gebracht. Erst gegen ein Uhr früh kehrten sie zurück.

"Ich habe keine Sekunde geschlafen", erklärte Martin Tauber. Zuletzt in drei Rennen mitten in der Weltklasse, vermochte der Tiroler als Startläufer von Anfang an das Tempo der Spitze nicht zu halten, war nach knapp fünf Kilometer schon 16. und Letzter (+34 Sekunden). Seinen Nachfolgern erging es nicht besser. Nach Jürgen Pinter und Roland Diethart lag Österreichs Rumpfteam (ohne die verkühlten Christian Hoffmann und Michail Botwinow, die sich in der Heimat befinden) aussichtslos 5:21,5 Minuten zurück, Johannes Eder wurde wegen des großen Rückstandes regelgemäß aus dem Rennen genommen.

"Wenn man keine Minute schläft, ist nichts anderes zu erwarten", erklärte ÖSV-Sportdirektor Markus Gandler. Er hatte es den Athleten frei gestellt, zu starten. "Aber wenn wir nicht gelaufen wären, hätte es auch eine schiefe Optik gegeben. Ich habe ihnen aber noch während des Rennens gesagt, dass sie aussteigen können, wenn sie wollen."
(apa/red)