Islam-Video von

USA fürchten Freitagsgebet

Die Angst geht um vor neuen Protesten in zahlreichen islamischen Ländern

Aufgebrachte Demonstranten in Kairo empören sich über Islam-Video © Bild: Reuters/MOHAMED ABD EL GHANY

Nach den Freitagsgebeten haben in mehreren muslimischen Ländern erneut tausende Menschen gegen einen in den USA produzierten islamfeindlichen Film protestiert. Im Zuge der Proteste ist die deutsche Botschaft in Sudans Hauptstadt Khartum von Demonstranten angegriffen und in Brand gesteckt worden. Einige der rund 5.000 Demonstranten rissen die deutsche Flagge herunter und hissten eine islamistische Fahne, wie ein Reporter berichtete. Um die Feuerwehr von dem brennenden Botschaftsgelände fernzuhalten, blockierten die Demonstranten die Zufahrtsstraßen.

Die BBC hatte berichtet, Protestierende seien in die deutsche Botschaft eingedrungen. Dagegen meldete der US-Sender CNN, es befänden sich keine Angreifer in dem Gebäude. Die sudanesische Polizei setzte Tränengas gegen die aufgebrachte Menge ein. Auch die nahe gelegene britische Botschaft in Khartum wurde angegriffen.

Ein Krisenstab sei eingerichtet worden, der mit der Botschaft in Kontakt stehe, hieß es aus Berlin. Die Mitarbeiter der deutschen Botschaft in der sudanesischen Hauptstadt Khartum seien derzeit in Sicherheit. Aus Protest gegen die Übergriffe sei der sudanesische Botschafter einbestellt worden. Man habe ihn "auf die Pflicht seiner Regierung zum Schutz diplomatischer Einrichtungen hingewiesen". Erst am Morgen hatte das Auswärtige Amt erklärt, die Sicherheitsvorkehrungen an den deutschen Botschaften in islamischen Ländern seien wegen der Proteste erneut verschärft worden.

Ausschreitungen im Jemen

In der jemenitischen Hauptstadt Sanaa eskalierte die Situation erneut, als Hunderte Demonstranten zur US-Botschaft marschieren wollten. Sicherheitskräfte gaben Warnschüsse ab und setzten Wasserwerfer ein, wie ein Korrespondent berichtete.

Die Demonstranten in Sanaa versammelten sich etwa 500 Meter von der Botschaft entfernt. Sie forderten die Ausweisung des US-Gesandten und verbrannten die US-Flagge. Am Donnerstag waren vier Menschen bei Protesten vor der US-Botschaft in der jemenitischen Hauptstadt getötet worden.

Großkundgebung in Bangladesch

In Bangladeschs Hauptstadt Dhaka versammelten sich vor der größten Moschee des Landes, der Baitul-Mokarram-Moschee, etwa 10.000 Demonstranten. Sie verbrannten israelische und US-Flaggen und riefen Parolen wie "Wir werden keine Beleidigungen unseres Propheten hinnehmen" oder "Zerschmettert die schwarzen Hände der Juden".

Hunderte Polizisten und Elite-Sicherheitskräfte hielten die Demonstranten mit Wasserwerfern davon ab, zur mehrere Kilometer entfernten US-Botschaft vorzudringen. Die Proteste seien "friedlich" geblieben, sagte Polizeichef Golam Sarwar. Der oberste Geistliche der Baitul-Mokarram-Moschee, Maolana Mohammad Salahuddin, hatte den US-Film "Unschuld der Muslime" über den Propheten Mohammed in seiner Ansprache an die Gläubigen verurteilt und eine "exemplarische Bestrafung der Filmemacher" gefordert. Zugleich rief er die Gläubigen auf, von Gewalt gegen Menschen oder Dinge abzusehen.

Auch Proteste in Indonesien

In der indonesischen Hauptstadt Jakarta versammelten sich am Freitag fast 500 muslimische Fundamentalisten mit ihren Angehörigen zu einer Demonstration vor der US-Botschaft. Ein Sprecher der für ein Kalifat kämpfenden Organisation Hizb ut-Tahrir, die die Proteste organisiert hatte, nannte den Film "eine Kriegserklärung". Die indonesische Polizei stationierte nach eigenen Angaben bis zu 400 Beamte rund um die US-Botschaft.

In der ägyptischen Hauptstadt Kairo gab es am Vormittag immer wieder Zusammenstöße zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten vor der US-Botschaft. In Jordanien kündigten sowohl die fundamentalistischen Salafisten als auch die Muslimbrüder Demonstrationen an.

Mehrere hundert Menschen gingen in Pakistan auf die Straße. Kundgebungen wurden auch aus Karachi, Lahore und Peshawar gemeldet. In Afghanistan gab es in der Ostprovinz Nangarhar eine Protestaktion mit mehreren hundert Teilnehmern.

Österreichs Diplomaten in Alarmbereitschaft

Auch Österreich steht mit seinen Botschaftern nach den blutigen Protesten in der Region in engem Kontakt. Zwar werde das Sicherheitspersonal nicht verstärkt, man stimme sich jedoch mit den lokalen Sicherheitseinrichtungen ab, hieß es aus dem Außenministerium. Besondere Vorsicht herrsche bei österreichischen Botschaften, die sich in der Nähe von US-Botschaften befinden. Die österreichischen Botschaften in Beirut, Tunis und Abuja schlossen am heutigen Freitag wegen der erwarteten Proteste bereits zu Mittag.

Das in den USA produzierte Amateur-Video stellt den Propheten Mohammed als Homosexuellen, Kinderschänder und Schürzenjäger dar. Bei gewaltsamen Ausschreitungen von Muslimen, die ihre Religion durch den Film beleidigt sehen, waren in den vergangenen Tagen in Libyen vier US-Diplomaten getötet worden. Es kam zu Angriffen auf US-Einrichtungen in Libyen, Ägypten und dem Jemen. Bereits 2006 war es nach der Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen in einer dänischen Zeitung zu einem weltweiten Gewaltausbruch gekommen. Damals kamen im Nahen Osten, Asien und Afrika mindestens 50 Menschen ums Leben.

Kommentare

wegen einem video so ein theater. primitive analphabeten, die nur koran auswendig rezitieren und köpfen können.

zombie69

Und nach den Protesten stehen sie wieder da wie der Esel am Berg und bemerken dann dass ihre eigenen Länder nach wie vor wirtschaftlich wie gesellschftlich am immer noch Boden liegen. Derweil man in Europa, Ostasien, Südamerika und den USA sich den Bauch vor Lachen hält, ob der Dummheit dieser bildungsfernen Extremisten.

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