Iran übt offene Kritik: IAEA-Dringlichkeits-sitzung zum Atomstreit "nicht notwendig"

Iran sieht Einschaltung des Sicherheitsrats gelassen

Im Streit um das iranische Atomprogramm hat Teheran offene Kritik an der für Februar geplanten Dringlichkeitssitzung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) geübt. Das Treffen sei "nicht notwendig" und ein auf Druck bestimmter Staaten initiierter "politischer Akt", sagte Außenministeriumssprecher Hamid Resa Azefi am Sonntag in Teheran. Der Iran habe die europäischen Verhandlungspartner zur Wiederaufnahme der Atomgespräche gedrängt, diese hätten "unlogischer Weise" aber nicht zugestimmt.

Mit Blick auf die mögliche Einschaltung des UN-Sicherheitsrats sagte Azefi, diese sei "nicht der richtige Weg". Teheran sei darüber aber nicht beunruhigt. Azefi betonte erneut die unveränderte Haltung Teherans zu dem Kompromissvorschlag Moskaus, gemeinsam mit dem der Iran eine Uran-Anreicherungsanlage auf russischem Territorium einzurichten. Der Vorschlag könne höchstens als Ergänzung zu den Atomaktivitäten im Inland gesehen werden, sagte der Ministeriumsprecher. Am Samstag hatte das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" unter Berufung auf eine Botschaft Teherans an die Bundesregierung berichtet, Iran sei in dieser Frage zu weiteren Verhandlungen bereit.

Die Regierung in Teheran hatte am 10. Jänner IAEA-Siegel an Atomanlagen aufbrechen lassen. Das EU-Verhandlungstrio aus Großbritannien, Frankreich und Deutschland beantragte daraufhin eine Dringlichkeitssitzung des IAEA-Gouverneursrats. Dieser soll bei seiner Sitzung am 2. und 3. Februar über eine Einschaltung des UN-Sicherheitsrats im Atomstreit entscheiden. (apa)