Iran rüstet Arsenal an ABC-Waffen auf: Im Verteidigungsfall werden Raketen eingesetzt

Atomare, biologische & chemische Bedrohung steigt Neue Hinweise auf militärisches Nuklearprogramm

Der Iran rüstet nach Information des deutschen Magazins "Focus" sein Arsenal atomarer, biologischer und chemischer Waffen massiv auf. Zu diesem Ergebnis komme der Lagebericht von Bundes- und Zollkriminalamt über illegale Rüstungstransfers deutscher Unternehmen, berichtet das Magazin.

Demnach "verdichten sich Hinweise auf ein geheimes militärisches Nuklearprogramm" der iranischen Regierung, heißt es laut "Focus" in dem vertraulichen Bericht. Vor diesem Hintergrund ermittelten Zollfahnder gegen sechs deutsche Firmen, die über Russland 20 Lieferungen für den Bau des iranischen Atommeilers Bushehr abgewickelt hätten.

Laut BKA und ZKA verfügen iranische Universitäten über das Fachwissen für "biologische Kampfstoff-Programme". Tarnfirmen der iranischen Dienste bemühten sich um "mikrobiologische und biotechnologische Labor- und Produktionsausrüstungen". Offenbar lagere die Islamische Republik auch die chemischen Kampfstoffe Senfgas, Tabun, Blausäure, Sarin und VX.

Der Kommandant der Iranischen Revolutionsgarden, Yahya Rahim Safavi, drohte im iranischen Fernsehen, im Falle eines Angriffs werde sich sein Land mit ballistischen Raketen verteidigen. "Der Iran hat eine ballistische Rakete mit einer Reichweite von 2.000 Kilometern", sagte Safavi am Samstag. "Wir haben nicht die Absicht, irgendein Land anzugreifen, aber wenn wir angegriffen werden, sind wir in der Lage, wirksam zu reagieren."

Safavi bezog sich auf die Shahab-3-Rakete mit einer Reichweite von mindestens 2.000 Kilometern, mit denen der Iran Israel und US-Militärbasen im Nahen Osten angreifen könnte. Über wie viele Raketen dieses Typs Teheran verfügt, ist unklar. Im Zusammenhang mit dem Atomstreit hatten mehrere ranghohe Vertreter Israels mit der Möglichkeit eines präventiven Angriffs auf Ziele im Iran gedroht.

US-Senator: Angriff auf Iran steht derzeit nicht zur Debatte
Ein Angriff auf den Iran stehe derzeit nicht zur Debatte, erklärte der amerikanische Senator Saxby Chambliss am Samstag beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Sollte diese Option wegen des Atomstreits des Westens mit der Islamischen Republik jedoch eines Tages notwendig werden, wäre eine breite internationale Koalition erforderlich, da es sich vom militärischen Standpunkt her um eine Mammutaufgabe handeln würde. Der Republikaner aus dem US-Bundesstaat Georgia verlieh aber seiner Hoffnung Ausdruck, dass der Konflikt um das iranische Atomprogramm auf diplomatischem Wege beigelegt werden könne.

Zuvor hatte der US-Senator John McCain aus dem Bundesstaat Arizona - ebenfalls ein Republikaner - in Davos gefordert, Washington solle sich die Option eines Militärschlags gegen den Iran offen halten: "Wir müssen die militärische Option als letzte Alternative behalten. Wir sollten sie nicht ganz vom Tisch nehmen." Der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad sei vor allem am Kauf von Massenvernichtungswaffen und an der Dominanz im Mittleren Osten interessiert, fügte er hinzu.

Britische Diplomaten kommen am Montag mit iranischen Unterhändlern zusammen. Angesichts einer möglichen Weiterleitung des Atomstreits an den UNO-Sicherheitsrat soll am Montag in London ferner ein Treffen von Vertretern der fünf ständigen Mitglieder des Weltsicherheitsrates - Großbritannien, Frankreich, USA, Russland und China - stattfinden. Dazu ist auch Deutschland eingeladen, das gemeinsam mit Großbritannien und Frankreich im Auftrag der EU mit dem Iran in dem Konflikt verhandelt.

Mehrheit der Amerikaner für Militärschlag gegen den Iran
Die Mehrheit der US-Bürger würde einer repräsentativen Umfrage zufolge einen Militärschlag gegen Iran unterstützen, wenn Teheran seine Nuklearpläne weiter vorantreibt. Nach der am Samstag veröffentlichten Umfrage, die von der "Los Angeles Times" und der Wirtschaftsagentur Bloomberg in Auftrag gegeben wurde, sprachen sich 57 Prozent der Befragten für ein militärisches Eingreifen der USA aus, 33 Prozent waren dagegen.

Unter Anhängern der Republikaner waren sogar 76 Prozent für einen Militärschlag gegen die Islamische Republik, bei Sympathisanten mit den Demokraten immerhin 49 Prozent. Bei der Umfrage waren in der vergangenen Woche 1.555 US-Bürger befragt worden.
(apa/red)