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3D ohne Brille am Smartphone?

"Eassee 3D" im Test: Spezielle Folie soll stereoskopische Tiefeneffekte ermöglichen

iPhone - 3D ohne Brille am Smartphone? © Bild: sowaswillichauch.at

Dass brillenlose 3D-Technologie grundsätzlich funktionieren kann, hat bereits Nintendo mit seinem 3DS-Handheld unter Beweis gestellt: Mittels speziellem Display ist es möglich, unter speziellem Betrachtungswinkel autostereoskopische (Bewegt-)Bilder zu erzeugen. Ganz ähnlich funktionieren soll das nun auch für das iPhone 4/4S. Mittels spezieller Folie verspricht Hersteller Banana Factory, dreidimensionalen Zauber aus einem handelsüblichen Gerät zu locken. NEWS.AT hat sich die Folie angesehen.

Eassee 3D heißt das "Zauberwort" und präsentiert sich in einem Folien-Set, das aus der Folie selbst, Putztuch, Alkohollösung und Anleitung besteht. Weiters erforderlich sind spezielle Apps, um die Folie auf dem Display anzupassen, 3D-Bilder aufzunehmen und um 3D-Videos (in erster Linie von YouTube) abzuspielen. Das Set kostet 40 Euro, alle erforderlichen Programme dazu sind gratis im App Store erhältlich.

Installations-K(r)ampf
Leider gestaltet sich das Anbringen der Folie bei weitem nicht so einfach wie es die übersichtliche Anleitung nahelegt. Nach dem Säubern des iPhones mit der Alkohollösung und dem Putztuch steht man nämlich wie bei 90% aller Schutzfolien für Handys vor der fummeligen Aufgabe, direkt auf dem Gerät die Klebefolie sauber abzulösen und Bläschenbildung zu vermeiden.

Als ob das nicht schon schwierig genug wäre, muss man mittels laufender App und Testbild auch drauf achten, dass die 3D-Folie nicht schief aufgetragen wird, da sonst der eigentliche Sinn und Zweck - nämlich der 3D-Effekt - flöten geht. Der Spielraum dafür ist denkbar knapp, aber immerhin gelang es nach 10 Minuten die Folie korrekt anzubringen. Zumindest so, wie es sich der Hersteller vorgestellt hat.

3D, aber nicht alltagstauglich
Nach der schweißtreibenden (und auch fluchfördernden) Installation wird man immerhin mit einem respektablen 3D-Effekt belohnt. Sowohl vorinstallierte Bilder als auch Videos aus dem 3D-Kanal von YouTube können durchaus die versprochenene Dreidimensionalität auf den Bildschirm und dem Nutzer ein Lächeln auf die Lippen zaubern. Wenn da nicht das große Aber wäre...

Zum einen muss man festhalten, dass der "Sweet Spot", also der Punkt bzw. Winkel, in dem das gezeigte (Bewegt-)Bild an Tiefe gewinnt, extrem wenig Spielraum hat. Das iPhone muss fest und ruhig gehalten werden, nur die kleinste Bewegung erzeugt eine Art "Wackelbild". Ein weiteres Manko ist der Umstand, dass es noch sehr wenig 3D-Material zu betrachten gibt. Native 3D-Videos auf YouTube ist man schnell durch und die Konvertierung von 2D auf 3D ist wie bei den meisten Fernsehern auch mehr schlecht als recht.

Der mit Abstand größte Nachteil entsteht bei "Eassee 3D" aber skurrilerweise dann, wenn man es nicht verwendet. Das herkömmliche 2D-Bild auf dem 4S-Testgerät entpuppte sich nämlich aufgrund der Folie als verdunkelnder und flimmernder Retina-Display-Zerstörer. Ähnlich schlimm ist der Umstand, dass dunkle Folie die Optik eines weißen iPhone generell zunichte macht.

NEWS.AT-FAZIT
Der versprochene Effekt von "Eassee 3D" funktioniert in der Tat: 3D-Bilder und -Filme lassen sich also auch am iPhone betrachten. Und das sogar in ganz passabler Qualität. Die negativen Nebeneffekte dieser Technologie sind aber so stark, dass man sich das Anbringen der Folie dreimal überlegen sollte. Mit 40 Euro ist das Set nämlich nicht so billig, dass man von schnellen Jux für zwischendurch reden könnte.

Das "Eassee 3D"-Set wurde NEWS.AT von sowasillichauch.at zur Verfügung gestellt.

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