In Lech niedergefahren: Verletzter Skifahrer verfolgte flüchtende "Pisten-Sau"

Vorarlberg: Serie schwerer Wintersportunfälle 47-Jähriger stürzte über Pistenrand in Bachbett

Ein schwer verletzter Skifahrer hat am Donnerstag in Lech jenen "Pisten-Rambo" verfolgt, der ihn zuvor trotz deutlicher Warnsignale niedergefahren hatte. Der aus Moskau stammende 35-Jährige hatte die Fahrt fortgesetzt, ohne sich um den Verletzten zu kümmern. Insgesamt wurden am Donnerstag in Vorarlberg bei einer Serie schwerer Wintersportunfälle mindestens acht Personen verletzt.

Ein 46 Jahre alter Deutscher hatte gegen 15.00 Uhr in Lech eine Unfallstelle abgesichert, an der ein Kind gestürzt war und sich verletzt hatte. Obwohl er zur Warnung eine Pistenkennzeichnungsstange in der Luft schwenkte, übersah ihn ein zweiter Skifahrer und stieß ihn nieder. Der Deutsche erlitt einen Bänderriss in der Schulter, konnte aber trotzdem den anderen Skifahrer verfolgen. Über Handy informierte er die Polizei Lech, die den Flüchtenden daraufhin anhielt.

Auch in den Skigebieten Schruns, Warth und Klösterle kam es am Donnerstag zu mehreren Zusammenstößen zwischen Skifahrern, bei denen insgesamt vier Sportler verletzt wurden. Alle mussten mit dem Hubschrauber abtransportiert werden. In Lech geriet gegen 13.00 Uhr ein 47-jähriger Vorarlberger über den Pistenrand hinaus und stürzte in ein Bachbett. Er musste schwer verletzt mit dem Bergetau geborgen werden.

Schwere Beckenverletzungen erlitt eine 54-jährige Deutsche beim Rodeln in St. Gallenkirch im Montafon: Sie war gegen 19.20 Uhr als Letzte einer Gruppe ins Tal gerodelt, verlor dabei die Kontrolle und fuhr ungebremst in einen Sicherungszaun. Durch die Wucht des Aufpralls wurde sie über den zwei Meter hohen Zaun geschleudert und stürzte über steiles Gelände weitere 15 Meter ab. Ihr Sohn bemerkte bei der Suche nach der Mutter ihre Rodel im Sicherungszaun, so konnte die Frau rasch gefunden werden. (apa/red)