In kurdischer Haft im Nordirak: Österreicher beendet einwöchigen Hungerstreik

Außenministerium setzt sich für die Freilassung ein

Der im kurdischen Autonomiegebiet im Nordirak inhaftierte österreichische Staatsbürger Kamal Said Qadir hat laut Informationen seiner Familie nach dem Besuch von Ärzten des Roten Kreuzes seinen Hungerstreik im Gefängnis beendet. Das teilte der "Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit" (WADI) in der Nacht auf Mittwoch mit.

Das Außenministerium in Wien setzt sich für die Freilassung des 48 -Jährigen ein, der sich laut WADI seit Ende des Vorjahres im Hungerstreik befand. Qadir war im Dezember von einem Gericht in Arbil wegen "Entehrung der kurdischen Führung und ihres Kampfes" verurteilt worden. Der Jurist hatte den Chef der kurdischen Autonomiebehörde und der Demokratischen Partei Kurdistans (KDP), Massud Barzani, in einem offenen Brief scharf angegriffen.

Wie ein Sprecher des Wiener Außenamtes am Montag sagte, wurde Qadir nach dem Ministerium derzeit vorliegenden Informationen zu 25 Jahren Haft verurteilt. Mit den ihn betreffenden Bemühungen sei insbesondere die österreichische Sondergesandte Gudrun Harrer befasst.

Terrorverdächtige in Australien in den Hungerstreik getreten
In einem australischen Hochsicherheitsgefängnis sind zehn moslemische Terrorverdächtige in einen Hungerstreik getreten, um die Erlaubnis zum gemeinsamen Gebet zu erzwingen. Die in Einzelhaft gehaltenen Verdächtigen würden seit dieser Woche keine Nahrung mehr zu sich nehmen, sagte ihr Anwalt Rob Stary gegenüber dem Radionsender ABC. Sie wollten den Hungerstreik fortführen, bis ihnen das gemeinsame Gebet erlaubt werde.

Die Forderung habe keine politischen, sondern lediglich religiöse Motive. Der Anwalt betonte, dass es sich bei den Gefangenen um nicht verurteilte Verdächtige handle.

Die Männer waren im November unter dem Verdacht der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung festgenommen worden. Ein Gefängnissprecher sagte, sie würden aus Sicherheitsgründen in Einzelhaft gehalten. Die Leitung der Anstalt habe sichergestellt, dass sie ihren Glauben angemessen ausüben könnten. Dem Hungerstreik werde sie sich nicht beugen. Nach Angaben des Anwalts haben die Behörden bisher noch nicht mitgeteilt, welcher Terrororganisation die Männer angehört haben sollen.
(apa/red)