Immer auf der Suche nach was Neuem: Max Mosley will Modus mit Auf- und Absteigern

Umstellung würde F1 ab 2008 interessanter machen 2. Liga soll aus aktuellen GP2-Teams gebildet werden

FIA-Präsident Max Mosley will in der Formel 1 eine Auf- und Abstiegsregelung einführen. Die Einführung dieser neuen Idee sei nötig, sagte der Chef des Automobil-Weltverbandes FIA am Dienstag. Damit würde neues Interesse für die Formel 1 geweckt.

Nach Mosleys Ideen könnten in Zukunft das letzte oder die beiden letzten Teams der Formel-1-WM in eine zweite Liga absteigen, die aus den aktuellen GP2-Teams gebildet würde. Von dort sollen Teams dann auch aufsteigen können. Erst müsse man aber wie geplant die Kosten der Formel 1 so weit senken, dass sich auch kleinere und unabhängige Teams den Aufstieg leisten könnten, meinte Mosley.

Der Brite würde das neue Format gerne schon 2008 sehen, wenn ohnehin eine Neuordnung der Königsklasse nach dem Auslaufen des aktuellen Concorde Agreement, der Verfassung der Formel 1, ansteht. Wenn es bis zu diesem Termin noch nicht klappt, "dann sicher 2011", meinte Mosley. Durch den drohenden Abstieg würde laut Mosley eine Formel-1-Saison bis zum Ende des Jahres spannend bleiben.

Mosley schwebt für die Saison 2008 eine Kostensenkung vor, die das Betreiben eines Formel-1-Teams mit rund 100 Millionen Euro Jahresbudget möglich machen soll. Zurzeit geben einige Teams bis zu 300 Millionen Euro pro Saison aus.

Mosley erhöht Druck auf Formel-1-Hersteller
Mosley hat den Druck auf die "abtrünnigen" Hersteller der Formel 1 erneut erhöht. Die Einschreib-Frist für die WM 2008, für die bis zu zwölf Teams zugelassen werden, dauert nur von 22. bis 31. März. "Wenn der Klub voll ist, geht nichts mehr", drohte Mosley den fünf sich gegen diese Vorgabe wehrenden Automobilherstellern BMW, Mercedes, Renault, Honda und Toyota am Mittwoch bei einem Medientreffen in Brüssel.

Das knapp bemessene Fenster zur Unterzeichnung eines neuen Concorde Agreements soll auf die Hersteller, die immer noch an einer eigenen Rennserie für 2008 basteln, Druck ausüben. Die in der Grand Prix Manufacturers Association (GPMA) zusammengefassten Werke ließ eine dementsprechende Ankündigung aber vorerst kalt. "Wir werden darauf nicht reagieren", hatte ein GPMA-Sprecher am Dienstag erklärt.

Sechs Teams haben Mosley ihre Zustimmung bereits angekündigt: Ferrari, Williams, Red Bull Racing, Scuderia ToroRosso, Midland F1 und SuperAguri folgen den Sparplänen des Weltverbandes, der auch die Motorenentwicklung bis einschließlich 2010 stoppen will. Sie haben die neue Formel 1-"Verfassung" von Bernie Ecclestone bereits unterschrieben, die unter anderem die Auszahlung von TV-Einnahmen und Antrittsgelder bei den Grand Prix regelt.

Die fünf rebellierenden Rennställe waren sich in zähen Verhandlungen mit dem Formel 1-Boss zwar bereits näher gekommen, stoßen sich aber vor allem an der einheitlichen Elektronik bzw. dem vorgeschlagenem Entwicklungsstopp der Motoren.

"Wer bei der Abstimmung über das neue Reglement teilnehmen will, muss sich einschreiben", warnte Mosley, der der Konkurrenzserie der GPMA keine Chance gibt. "Wir haben zusätzlich zu den sechs Teams noch drei weitere Anfragen von Privatrennställen und die eines Herstellers." Letzterer könnte sogar Weltmeister Renault sein, der sich ebenfalls für eine Kostensenkung ausgesprochen hatte.

(apa)