Im Streit um Asbest-Schiff "Clemenceau": Chirac ordnete Rückkehr nach Frankreich an

Veralteter Flugzeugträger wartet auf Verschrottung

Im Streit um Asbest-Schiff "Clemenceau": Chirac ordnete Rückkehr nach Frankreich an

Der französische Präsident Jacques Chirac hat die Rückkehr des Asbest verseuchten Flugzeugträgers "Clemenceau" aus dem Indischen Ozean nach Frankreich angeordnet. Das ehemalige Kriegsschiff war auf dem Weg nach Indien, um dort abgewrackt zu werden. Jetzt soll das Schiff in französischen Hoheitsgewässern vor Anker gehen, bis eine endgültige Lösung für seine Verschrottung gefunden ist.

Vier Tage vor seinem geplanten Besuch in Indien am kommenden Sonntag hat Chirac damit dem Streit um das in Indien geplante Abwracken des 1997 ausgemusterten französischen Kriegsschiffs ein Ende gesetzt. Der französische Präsident folgte einer Entscheidung des französischen Staatsrats, der sich dafür ausgesprochen hat, die Weiterfahrt der "Clemenceau" zu stoppen. Das oberste Verwaltungsgericht gab damit einem Antrag von Umweltschützern und linken Politikern nach, die gefordert hatten, den Flugzeugträger mit dem Krebs erregenden Asbest zurückzuholen. Die "Clemenceau" ist zwei Wochen von der indischen Küste entfernt.

Das indische Verfassungsgericht wollte am kommenden Freitag seine Entscheidung bekannt geben, ob der ausgemusterte Flugzeugträger an der indischen Westküste verschrottet werden darf. Die Richter verlangten von Frankreich ein Gutachten über für die auf der "Clemenceau" verwendeten Baustoffe.

Frankreichs einst größtes Kriegsschiff hat eine unbekannte Menge schwer gesundheitsschädlichen Asbests an Bord. Am Montag hatte Indiens Oberster Gerichtshof der "Clemenceau" wegen der ungeklärten Gefahren für Umwelt und Gesundheit bis auf weiteres die Einfahrt in indische Hoheitsgewässer verweigert. Um das Schiff hatte es ein monatelanges Tauziehen zwischen Frankreich und Indien, aber auch zwischen Umweltschützern, Opposition und Regierung in Paris gegeben. (apa/red)