,Ich will noch eine Medaille!‘

Michaela Dorfmeister

,Ich will noch eine Medaille!‘

Die schnelle Niederösterreicherin startet in ihre letzte Weltcup-Saison. In NEWS zieht sie nach 15 Renn-Jahren ihre Bilanz.

Eigentlich“, so sagt Michaela Dorfmeister, „war ich während meiner gesamten Karriere immer gut drauf.“ Dafür hätten allein schon die vielen Erfolge gesorgt. In dieser Saison, die für die Speedspezialistin am Wochenende mit zwei Abfahrten in Lake Louise (CAN) erst richtig beginnt, ist die Niederösterreicherin sogar noch ein bisserl besser drauf – und zwar völlig unabhängig vom Erfolg. Denn danach, das ist der 32-Jährigen seit dem Frühjahr klar, ist endgültig Schluss mit dem Zirkus. Und was für viele eine Tragödie ist – man denke an eine in Tränen aufgelöste Hilde Gerg –, ist für Dorfmeister ein freudiges Ereignis. „Ich kann es kaum erwarten.“

Freund Andreas riet zum Weitermachen. Dorfmeister hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Seit der Weltmeisterschaft 2001 in St. Anton kokettierte sie mit einem Rücktritt, getan hätte sie es fast am Ende der Saison 2004/05. „Es gibt ja auch ein Leben danach“, gab sie damals zu Protokoll. „Und ich bin mir sicher, dass ich meine Sache im Sport gut gemacht habe. Schließlich hab ich genug erreicht.“ Doch ganz sicher schien sich die Niederösterreicherin damals nicht gewesen zu sein. Freund Andreas jedenfalls meinte ein Fünkchen Unzufriedenheit geortet zu haben und riet seiner Herzensdame, eine weitere Saison, die olympische nämlich, anzuhängen. „Er war sogar mehr dafür als ich“, gibt Dorfmeister zu. Gut so, mögen sich ihre Fans denken. Gut so, denkt sich auch die Sportlerin. Diesen Winter wird sie ganz bewusst erleben, jedes Training, jedes Rennen, jeder Erfolg und jede Niederlage sollen ein kleiner Abschied sein.

Von Jahr zu Jahr wird es härter. Ganz nach diesem Motto hat die 1,72 m große Athletin die Sommervorbereitung hinter sich gebracht. „Das ist wie beim Bundesheer, wenn man die Tage wegstreicht. Ich hab mir immer gesagt, dass es das letzte Mal ist.“ Das letzte Mal laufen gehen, wenn andere ein Eis essen, das letzte Mal im Dunkeln regenerieren, wenn andere in der Sonne brüten. „Das wird von Jahr zu Jahr härter“, stöhnt sie, „als Junge ist mir das noch leicht gefallen.“ Wie sie vieles, was aufregend war, nach 15 Jahren im Skiweltcup nur noch als belastend erlebt. Vor allem das Leben aus Koffern ist ihr ein Graus.

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