Hunderttausende auf den Straßen: Große Anti-Regierungs-Demo in Bangladesch

Opposition fordert Machthaber zu Rücktritt auf

Hunderttausende haben bei einer Demonstration in Bangladeschs Hauptstadt Dhaka den Rücktritt der nationalistisch-islamistischen Regierung gefordert. Bei einer Kundgebung riefen Oppositionsparteien für den 15. Februar zu landesweiten Streiks gegen die Regierung auf.

Nach Angaben von Augenzeugen wurden bei Zusammenstößen mit Sicherheitskräften mindestens 70 Menschen verletzt. Das Innenministerium kündigte scharfe Sicherheitsvorkehrungen an und appellierte an alle Bürger, das Gesetz zu respektieren.

Nach Angaben der Opposition waren am Wochenende mehr als eine Million Menschen in einem "langen Marsch" nach Dhaka gezogen, um gegen die Regierung zu protestieren. Die Polizei sprach dagegen von mehreren zehntausend Teilnehmern. Nach Oppositionsangaben wurden mehr als 6000 Menschen festgenommen.

Ein von der Awami-Liga angeführtes Bündnis aus 14 Oppositionsparteien fordert den Rücktritt der Regierungskoalition unter Premierministerin Khaleda Zia, der auch zwei islamistische Parteien angehören. Das Bündnis wirft der Regierung vor, beim Eindämmen der islamistischen Gewalt versagt zu haben.

Es kritisiert zudem die steigenden Lebensmittelpreise und den Verfall von Recht und Ordnung in Bangladesch. Die Awami-Liga fordert sofortige Neuwahlen. Parlamentswahlen in Bangladesch sind für Oktober geplant.

(apa)