Für gerade mal 30 Euro verkauft eine junge Frau in Hong Kong ihren Körper. Für das Geld leistet sie nicht nur sexuelle Dienste, sondern muss auch immer wieder Gewalt durch ihren Zuhälter oder brutale Freier hinnehmen. Die Polizei in der Stadt ist für die Sex-Arbeiterinnen keine Hilfe. Ganz im Gegenteil. Manche Beamte nutzen die Situation der Prostituierten sogar noch aus.
In fensterlosen Kammern verkaufen zehntausende Frauen in Hong Kong ihren Körper für eine Handvoll Euro. Die Prostituierten sind eine leichte Beute nicht nur für die Mafia-Organisation der Triaden und für gewalttätige Freier sondern auch für die Polizei. Zuhälterei ist in Hong Kong verboten, Prostitution ist erlaubt. "Alle Mädchen hier werden kontrolliert. Warum die Polizisten nichts tun, weiß ich nicht. Sie finden es normal, wenn uns etwas zustößt.- Sie denken, wir sind schmutzig", so eine Prostituierte, die nicht erkannt werden möchte.
Polizisten nutzen Macht aus
Viele Beamte nutzen ihre Stellung aus, um die Frauen zu drangsalieren, oder zu missbrauchen. So mancher fordert im Rahmen von Ermittlungen sogar sexuelle Dienste ein. "Wir hören von Polizisten, die wiederholt Prostituierte aufsuchen - unter dem Vorwand der Spurensuche. Wir fragen uns, ob sie nicht einfach ihr Amt missbrauchen", beschreibt Somin Young, Jura-Professor in Hong Kong die Situation. Die Polizei bestreitet auf Nachfrage die Vorwürfe.
Eine junge Frau aus einem Massagesalon hat da andere Erfahrungen gemacht: "Der Polizist hat mir die Hand auf die Schulter gelegt und gesagt, alles wird gut für dich, wenn du mir sagst, wer dein Boss ist. Dann hat er mir auf die Brust gefasst und mich sexuelle angegriffen." Als sie Anzeige erstatten wollte, sei sie von Beamten geschlagen worden. Ein Schicksal, dass sie mit hunderten Leidensgenossinnen in Hong Kong teilt.