Holocaust-Leugnung schlägt hohe Wellen:
Nach Bischof zweifelt auch Pater an Existenz

"KZ-Gaskammern dienten zur Desinfizierung" Kardinal Schönborn spricht von Fehlern des Vatikans

Holocaust-Leugnung schlägt hohe Wellen:
Nach Bischof zweifelt auch Pater an Existenz © Bild: Reuters/Bianchi

Weiterhin erheblich belastet sind die Beziehungen zwischen der katholischen Kirche und der jüdischen Welt nach der Aufhebung der Exkommunikation des traditionalistischen Bischofs und Holocaust-Leugners Richard Williamson. Öl in Feuer goss schließlich Pater Floriano Abrahamowicz von der traditionalistischen Priesterbruderschaft St. Pius X. in Italien, der meinte, die KZ-Gaskammern hätten zur "Desinfizierung" gedient.

Der Papst hatte kurz zuvor die Leugnung des Holocaust verurteilt und daran erinnert, dass er mehrfach in das Vernichtungslager Auschwitz gereist sei - "eines der Lager, wo das abscheuliche Massaker an Millionen Juden verübt wurde".

Israels Großrabbinat hatte die Worte des Papstes, der bei der Generalaudienz jegliche Form des Vergessens, der Leugnung oder Verharmlosung der Shoah verurteilt hatte, noch am gleichen Tag als "großen Schritt nach vorne" bezeichnet.

"Fehler des Vatikans"
Kardinal Christoph Schönborn sieht nach der Aufhebung der Exkommunikation des britischen lefebvrianischen Bischofs Richard Williamson Fehler im Vatikan. "Wer die Shoa leugnet, kann nicht in seinem kirchlichen Amt rehabilitert werden", sagte Schönborn in der ZiB 2 des ORF-Fernsehens. Hier hätten "vatikanische Mitarbeiter nicht genügend hingeschaut" und sich nicht ausreichend über Williamson informiert.

(apa/red)