Hohenlohe nicht bei Olympia: Mexiko will
"Skiprinzen" nicht als Ein-Mann-Team!

Blaublut damit nicht zu seinen fünften Winterspielen 47-Jähriger: "Wen soll ich noch fragen? Den Papst?"

Hubertus von Hohenlohe darf in Turin nicht seine fünften Olympischen Winterspiele für Mexiko bestreiten. Der Traum des 47-jährigen "Skiprinzen" wurde vom Mexikanischen Olympischen Komitee zunichte gemacht. Hohenlohe hatte in der laufenden Ski-Saison ausreichend FIS-Punkte für eine Teilnahme gesammelt, wäre aber der einzige Starter Mexikos. Das NOK lehnte die Entsendung eines Ein-Mann-Teams allerdings ab und wird bei den XX. Winterspielen in Turin nicht vertreten sein.

"Ich habe drei Jahre auf dieses Event hingearbeitet, habe alle meine Qualifikationspunkte und ein paar Tage vor den Spielen geben sie bekannt, dass sie kein Aufgebot stellen. Das ist ärgerlich", meinte der Sohn von Ira von Fürstenberg und Alfonso von Hohenlohe. Dabei hatte der adelige Skifahrer seinem inzwischen verstorbenen Onkel, den früheren Fiat-Boss Umberto Agnelli versprochen, bei den Spielen in den Fiat-Hochburgen Turin bzw. Sestriere dabei zu sein.

"Das war meine letzte Chance und sie haben die Party zerstört", klagte Hohenlohe, der neben jenen auf den Skipisten auch für seine Auftritte bei After-Partys bekannt ist. "Es tut wirklich sehr weh, denn ich war so stolz, dass ich mich qualifiziert hatte." Im Vorfeld der Olympischen Spiele 2002 in Salt Lake City war er noch an der Qualifikations-Hürde von 120 FIS-Punkten gescheitert.

Insgesamt zwölf Mal nahm der Amateur ("Ich bin ein guter Amateur, einer der wenigen echten Amateure, die es im Skizirkus noch gibt") an Ski-Weltmeisterschaften teil - zuletzt im Vorjahr in Bormio. In der WM-Abfahrt von der "Stelvio" hatte er 14,03 Sekunden hinter Weltmeister Bode Miller, der sich als einer von vielen Sportgrößen für Hohenlohes Olympia-Start ausgesprochen hatte, immerhin den 38. Platz belegt - hinter dem Mexikaner klassierte sich allerdings niemand mehr.

Hohenlohe hatte 1981 den Mexikanischen Skiverband gegründet, nachdem er den Sprung in das Nationalteam Liechtensteins, wo er aufgewachsen war, verpasst hatte. Der 47-Jährige hat in Mexiko immer noch einige Besitztümer, zudem wurde er dort geboren und hat eine mexikanische Großmutter im Stammbaum stehen. Als letzte Hoffnung sieht Hohenlohe nun eine direkte Intervention durch das Internationale Olympische Komitee (IOC). "Denn, wen soll ich sonst noch fragen? Den Papst?" (apa/red)