Heute startet das Weltwirtschaftsforum: Merkel eröffnet Treffen mit Grundsatzrede

Über 2300 prominente Teilnehmer in Davos erwartet Hauptthemen: China, Indien, Arbeitslosigkeit, Energie

Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel wird an diesem Mittwoch das Weltwirtschaftsforum in Davos mit einer Grundsatzrede über die Ziele deutscher Wirtschaftspolitik eröffnen. Im Schweizer Wintersportort werden über 2300 prominente Teilnehmer aus Politik und Wirtschaft erwartet. In zwangloser Atmosphäre sollen bis Sonntag vor allem internationale Wirtschaftsthemen erörtert werden. Merkels Eröffnungsrede kommt dabei nach Angaben aus Veranstalterkreisen auch deswegen besondere Bedeutung zu, weil sie als einzige Spitzenpolitikerin ein führendes Land der sieben führenden Industrienationen und Russlands (G8) repräsentiert.

Das diesjährige Motto des von bis zu 6500 Soldaten der Schweizer Armee geschützten Weltwirtschaftsforums lautet "Der kreative Imperativ". Die globalen Herausforderungen könnten nur mit kreativen Ideen bewältigt werden, hieß es dazu. Unter den Gästen sind 14 Staats- und Regierungschefs, wie etwa der afghanische Präsident Hamid Karzai, der irakische Ministerpräsident Ibrahim Jaafari und der pakistanische Präsident Pervez Musharraf, sowie über 60 Minister. Die Wirtschaft ist mit mehr als 730 Unternehmenschefs vertreten und damit so stark wie nie zuvor.

Hauptthemen sind die aufstrebenden Volkswirtschaften von China und Indien, die Arbeitslosigkeit und Energiefragen. An politischen Themen dürften neben dem Terrorismus etwa die Lage im Nahen Osten oder in Afghanistan im Mittelpunkt stehen. Auch der Atomstreit mit dem Iran dürfte zur Sprache kommen, denn es werden führende Politiker aller Mitgliedstaaten des UN-Sicherheitsrates vertreten sein. Auch der Chef der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO/IAEA), Mohamed ElBaradei, ist in Davos.

Erstmals wird es auf dem vom deutschen Professor Klaus Schwab gegründeten Forum auch um die Rolle des Sports im Zusammenhang mit internationaler Politik gehen. Dazu werden unter anderem UN- Generalsekretär Kofi Annan, FIFA-Präsident Joseph Blatter sowie IOC- Präsident Jacques Rogge vertreten sein. Die Riege der Vertreter der leichten Muse führen der Rocksänger Bono und der Musiker Peter Gabriel sowie die Schauspielerin Angelina Jolie an.

Auch Clinton in Davos
Der ehemalige US-Präsident Bill Clinton hat sich kurzfristig zur Teilnahme am World Economic Forum entschlossen. Er lädt für Samstag zu einem Gedankenaustausch in Davos ein. An dem von Clinton initiierten "Runden Tisch" wird auch WEF-Gründer Klaus Schwab teilnehmen. Beim Diskussionspanel des WEF werde Clinton jedoch nicht anwesend sein, hieß es.
(apa)