Heute Kitz-Rennen: Reichelt im Super-G-Olympia-Kampf derzeit in "Pole Position"

"Schade, wenn ich in dieser Form zuschauen müsste" Zehn ÖSV-Kitz-Starter haben noch Olympia-Chance

Im Super G ist der ÖSV-interne Kampf um die vier Startplätze bei Olympia vor dem heutigen Rennen in Kitzbühel offener als in allen anderen Disziplinen - alle zehn Österreicher, die in Kitz an den Start gehen, haben noch eine Quali-Chance. Da Hans Gruggers Traum von den Spielen endgültig geplatzt ist, steht derzeit Hannes Reichelt als bester ÖSV-Läufer im Super-G-Weltcup (Platz vier) klar in der "Pole Position" Richtung Sestriere.

"In diesem starken Team ist jedoch nichts sicher, wir haben noch zwei Super G vor Olympia. Aber wenn ich so weiter fahre, dann sollte nicht mehr viel passieren. Es wäre schade, wenn ich in dieser Form zuschauen müsste", meinte der 25-Jährige, der Anfang Dezember 2005 im Super G von Beaver Creek seinen bis dato einzigen Weltcup-Sieg gefeiert hatte.

Reichelt, der sich nach zahlreichen Verletzungen immer wieder zurückgekämpft hat, überzeugt die ÖSV-Trainer rund um Toni Giger derzeit mit blendender Gesamtform. Reichelt: "Auch im Riesentorlauf, meiner zweiten Spezialdisziplin, bin ich derzeit schnell. Und selbst in der Abfahrt merke ich eine deutliche Steigerung."

Trotz seines jungen Alters hat der Radstädter punkto Verletzungen schon einiges hinter sich, ein kurzer Auszug aus seiner Krankenakte: im November 2003 zertrümmerte er sich beim Super-G-Training auf der Reiteralm das Schlüsselbein (rechte Schulter) und erlitt einen Innenbandriss im linken Knie. Nach einer starken Comeback-Saison im Europacup 2004/05, in der er sich Weltcup-Fixplätze in Abfahrt, Super G und RTL erarbeitete, zog er sich ausgerechnet beim Finale in Roccaraso/Italien einen Kreuzbandriss zu.

Hinter Reichelt lauert aber eine wahre ÖSV-Phalanx auf einen Start im Olympia-Super-G, denn es wurden erst drei Saisonrennen absolviert, und mit Kitz und Garmisch (29. Jänner) stehen noch zwei auf dem Programm. Und den derzeit besten Österreicher (ohne Grugger), Reichelt (132), und den neuntbesten, Stephan Görgl (33), trennen im Super-G-Weltcup nicht einmal 100 Punkte. Der Steirer Klaus Kröll gibt in Kitz als Grugger-Ersatzmann sein Super-G-Saisondebüt.

(apa)