Herren-Abfahrt Garmisch von

ÖSV heiß auf Revanche

Wetter großer Störenfried für die Abfahrt am Samstag - Verkürzung möglich

Klaus Kröll, Garmisch © Bild: GEPA/Kneisl

Der alpine Herren-Weltcup kommt nach der WM in Schladming nur zäh in die Gänge. Auch das zweite und letzte Abfahrtstraining in Garmisch-Partenkirchen ging am Freitag wegen der Wetter- und Pistenprobleme nur vom Super-G-Start in Szene. Schnellster war in 1:09,97 Minuten der Südtiroler Christof Innerhofer vor dem Kanadier Jan Hudec sowie dem Österreicher Max Franz.

Was auf der von den Neuschneefällen der vergangenen Tage mitgenommenen Kandahar-Piste nun am Samstag genau stattfinden wird, war vorerst aber unklar. Ventiliert wurde sogar eine Sprintabfahrt in zwei Durchgängen, was aber wegen der TV-Kollisionen mit den Damen und der nordischen WM nur schwer vorstellbar schien. FIS-Renndirektor Günter Hujara überlegte, in der Früh ein weiteres Training im oberen Streckenteil durchführen zu lassen, um dann um 11.45 Uhr vom Tröglhang weg wenigstens auf eine Fahrzeit von 1:40 oder 1:45 Minuten zu kommen. Ein Start von ganz oben ist aber nicht möglich. Zudem droht Nebel als Störenfried, man hofft aber auf ein günstiges Zeitfenster zur Rennzeit.

Freude mit dem Not-Programm hatten nur die wenigsten Fahrer. "Wenn die Kraft nicht ins Spiel kommt oder dir die Oberschenkel nicht brennen, ist das doch keine richtige Abfahrt", kritisierte etwa Weltcup-Titelverteidiger Klaus Kröll nach seiner Trainingsfahrt auf Platz 19, bei der er mehrmals mit dem Neuschnee abseits der bereits deutlich härter gewordenen Ideallinie in Berührung gekommen war. Für den Steirer, der noch um die Abfahrts-Kugel kämpft, wäre eine Verlegung der Abfahrt nach Kvitfjell sinnvoller.

Unberührt von den Diskussionen blieb Max Franz. Als Vierter bzw. Dritter war der junge Kärntner in beiden Trainings ganz vorne dabei gewesen. "Mir taugt's. Ich bin auch mit einer kurzen Abfahrt glücklich, man muss es eh nehmen, wie es kommt", sagte der 23-Jährige, dessen Knieverletzung von der WM komplett ausgeheilt ist. "Ich habe keine Schmerzen mehr und will wieder dorthin, wo ich am Saisonbeginn war", hat sich der Abfahrts-Zweite von Lake Louise vorgenommen.

Schafft es Franz oder ein anderer Österreicher Samstag auf das Stockerl, wäre das der 500. rot-weiß-rote Abfahrts-Podestplatz im Weltcup. Sie viele hat keine Nation egal welchen Geschlechts in keiner anderen Disziplin. Zweitbester Wert sind die 321 Stockerlplätze der Österreicher im Slalom.

ÖSV heiß auf WM-Revanche

Die ÖSV-Herren trachten wie ihre Landsfrauen in Meribel wegen der im Speed medaillenlos gebliebenen Heim-WM nach Revanche. Von einigen Zeitungen als Versager hingestellt zu werden, sei aber unfair gewesen, monierten Kröll und Hannes Reichelt unisono. "Irgendwie hat die WM auch die gesamte Saison widergespiegelt", resümierte etwa Romed Baumann. "Ein vierter Platz ist ja nicht so schlecht. Wir haben alles gegeben, und Fehler können immer passieren", hielt Kröll nochmals fest.

Der "Bulle" aus der Steiermark kämpft im Abfahrts-Weltcup ebenso u.a. gegen Aksel Lund Svindal wie es Marcel Hirscher in der Gesamtwertung tut. "50 Punkte sind aufzuholen", gab sich der hinter Dominik Paris (317) und Svindal (314) mit 261 Punkten auf Platz drei liegende Kröll kämpferisch.

Svindal verfolgt Hirscher

Svindal muss am Samstag in Garmisch Punkte auf Hirscher gutmachen, sonst enteilt ihm der Salzburger am Sonntag im Riesentorlauf noch weiter. Der Abfahrts-Weltmeister aus Norwegen übte sich aber wie schon über die gesamte Saison im Tiefstapeln. "Ich fokussiere mich auf den Abfahrts- und Super-G-Weltcup und versuche, so viele Punkte wie möglich zu holen. In der Gesamtwertung ist Hirscher schon über 200 Punkte voraus. Ich kann nur noch auf seine Fehler hoffen. Marcel ist aber zu gut drauf, um Fehler zu machen. Sein Vorsprung ist einfach schon zu groß", schob Svindal dem Österreicher die Favoritenrolle zu.

Der 30-jährige Skandinavier geht auf seinen insgesamt 21. Weltcupsieg los, damit würde er den von Kjetil Andre Aamodt gehaltenen Norwegen-Rekord einstellen. Holt er sich am Ende auch Abfahrts-Kristall, wäre er der erste norwegische Abfahrts-Gesamtsieger seit Lasse Kjus 1999. Zu den Favoriten am Samstag zählen auch Paris und Innerhofer. Gewinnt einer von ihnen erneut, würde er mit dem dritten Abfahrts-Saisonsieg den Italien-Rekord von Kristian Ghedina aus der Saison 1996/97 egalisieren.

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