Herminator ist wieder zurück: Hermann Maier gewann zum fünften Mal Kitzbühel-Super G!

Südtiroler Fill auf Platz 2, Hannes Reichelt wird Dritter Top-Leistung: 5 Österreicher unter den besten Sieben

Hermann Maier hat den Weltcup-Super G in Kitzbühel gewonnen und damit bewiesen, dass es für dieses spezielle Rennen eben nur Einen geben kann. Der Ski-Superstar aus Österreich gewann fünf Hundertstel-Sekunden vor dem Überraschungs-Zweiten Peter Fill aus Südtirol sein 52. Weltcup-Rennen und seinen bereits fünften Super G in Kitzbühel. Die Plätze drei bis fünf gingen durch Hannes Reichelt, Stephan Görgl und Klaus Kröll ebenfalls an Österreich, Fritz Strobl wurde Siebenter.

Ein toller Mannschaftserfolg also für den ÖSV, dessen Herrenchef Toni Giger das Rennen im Krankenhaus-TV verfolgen musste, weil er sich sich in der Früh bei der Streckenbesichtigung bei einem Sturz eine Gehirnerschütterung und eine Wirbelsäulen-Verletzung zugezogen hatte. Ohne ihren Boss wirkten die ÖSV-Fahrer zunächst etwas "desorientiert", so kam Michael Walchhofer über Platz 27 nicht hinaus, Weltcup-Leader Benjamin Raich blieb als 31. sogar punktlos.

Fill nutzte niedrige Nummer
Fill hingegen nutzte die frühe Startnummer sieben und die noch guten Pisten-Bedingungen mit einer perfekten Fahrt, während die von den Schneefällen stellenweise aufgeweichte Piste der Konkurrenz später schwer zu schaffen machte. So blieb es letztlich dem mit Nummer 29 fahrenden "Mr. Super G" Maier (23 Siege) vorbehalten, den sympathischen Kastelruther, der sein bestes Weltcup-Ergebnis einfuhr ("Ich habe eine optimale Linie erwischt, die Piste war aber noch viel besser als bei Hermann") noch vom obersten Podestplatz zu stoßen.

Auch der Salzburger verlor im unteren und bereits von vielen Schläge gekennzeichneten Teil viel Zeit, rettete aber 0,05 Sekunden ins Ziel. Bode Miller fuhr mit Nummer 30 unter jeder Kritik und kam nicht ins Ziel.

Maier: "Mir ist ein Jauchzer ausgekommen"
"Ich habe einen sehr schnellen Ski gehabt", erklärte Atomic-Pilot Maier, warum er als Einziger trotz der Schläge und Rippen schneller gewesen war als Fill. Maier: "Ich bin noch nie so weit gesprungen beim Zielsprung wie diesmal. Mir ist ein richtiger Jauchzer in der Luft ausgekommen." ÖSV-Alpinchef Hans Pum holte weiter aus: "Auf diesem schwierigen Hang spielt Hermann seine Technik und sein Gefühl für die Geschwindigkeit perfekt aus."

Fünfter Super G-Sieg in Kitz für Maier
Kitzbühel ist und bleibt damit ein besonderer Platz für Maier, der hier vor drei Jahren seinen Comeback-Sieg nach dem Motorrad-Unfall und im Vorjahr hier seinen ersten Saisonsieg gefeiert hatte. Seine gewaltige Kitz-Bilanz: In sechs Super G-Starts fünf Mal Sieger, ein Mal Zweiter. Nach dem Auftakt-Sieg im Oktober beim Riesentorlauf in Sölden hat Maier damit auch sein zweites Saisonrennen in Österreich gewonnen.

"Ich war fast ein bissl gerührt. Es ist jedes Jahr etwas anderes da runter. Es ist ein wunderschönes Gefühl, wenn man hier die Leute jubeln sieht", gestand der Flachauer ein und blickte sofort auf den Abfahrts-Samstag. "Das wird eine harte Schlacht werden!"

Hat Reichelt Olympia-Ticket fix?
Olympia bereits buchen kann auch Hannes Reichelt. Der Beaver-Creek-Sieger ist trotz des Maier-Triumphes nun bester Österreicher im Super-G-Weltcup. "Ich glaube schon, dass das jetzt die endgültige Bestätigung war. Hier am Podest zu sein, vor dieser Kulisse, das ist einfach unglaublich", sagte der Salzburger.

Während Grugger-Ersatzmann Kröll trotz Startnummer 34 als Fünfter eine persönliche Super-G-Bestmarke setzte, war Görgl über Platz vier nicht enttäuscht. "Vierter zu sein ist nur bei Olympia oder einer WM unglücklich. Das in Kitz zu sein, ist gewaltig", sagte der Steirer.

Endstand Weltcup-Super G Kitzbühel:
1. Hermann Maier AUT 1:22,97 Min.
2. Peter Fill ITA +0,05
3. Hannes Reichelt AUT +0,28
4. Stephan Görgl AUT +0,40
5. Klaus Kröll AUT +0,47
6. Daron Rahlves USA +0,49
7. Fritz Strobl AUT +0,51
8. Ambrosi Hoffmann SUI +0,54
9. Patrik Järbyn SWE +0,55
10. Konrad Hari SUI +0,56
11. Bjarne Solbakken NOR +0,59
Bruno Kernen SUI +0,59
13. Erik Guay CAN +0,65
14. Aksel Lund Svindal NOR +0,67
15. Andreas Schifferer AUT +0,77
16. Antoine Deneriaz FRA +0,78
17. Werner Heel ITA +1,02
18. Christoph Gruber AUT +1,08
19. Francois Bourque CAN +1,13
20. Lasse Kjus NOR +1,15
21. Didier Defago SUI +1,17
22. Michael Gufler ITA +1,23
23. Marco Büchel LIE +1,27
24. Matthias Lanzinger AUT +1,31
25. John Kucera CAN +1,36
26. Tobias Grünenfelder SUI +1,41
27. Michael Walchhofer AUT +1,42
28. Walter Girardi ITA +1,48
29. Alessandro Fattori ITA +1,56
30. Stefan Johann Thanei ITA +1,58
31. Benjamin Raich AUT +1,82

(apa/red)