Hermann Maier im Interview mit NEWS: "Der Olympiahang in Sestriere liegt mir"

Hermann Maier im Interview mit NEWS: "Der Olympiahang in Sestriere liegt mir"

Hermann Maier über seine letzte große Gold-Herausforderung. Und warum er erst in einem Monat richtig schnell unterwegs sein wird.

NEWS: "Wie beurteilen Sie Ihre aktuelle Situation in den schnellen Disziplinen?
Maier: Es läuft bestimmt noch nicht zufrieden stellend. Andererseits hab ich schon einen 4. Platz in der Abfahrt stehen (Lake Louise, Anm.), den hab ich vor einem Jahr zu diesem Zeitpunkt noch nicht gehabt. Aber richtig schnell muss ich ja erst in einem Monat sein.

NEWS: Die Olympischen Spiele sind der absolute Saisonhöhepunkt. Mit welchen Gefühlen schauen Sie Richtung Turin?
Maier: Ich war erst einmal in Sestriere, wo die Rennen ausgetragen werden. An und für sich verbinde ich mit dem Ort nur positive Gefühle. Immerhin hab ich dort meinen vierten Gesamtweltcup gewonnen. Deshalb müsste es eigentlich ein guter Boden für mich sein. Beim damaligen Weltcupfinale bin ich auf dem Olympiahang den wahrscheinlich besten Super-G meiner Karriere gefahren. Aber bei Olympia hängt so viel von der Tagesverfassung ab, und alles muss genau am Punkt funktionieren.

NEWS: Der Olympiasieg in der Abfahrt ist der einzige Titel, der Ihnen in Ihrer Trophäensammlung noch fehlt. Wäre das nicht der perfekte Abschluss Ihrer Karriere?
Maier: Allein schon die Olympischen Spiele sind etwas ganz Besonderes. Der Gedanke an Abfahrtsgold ist noch sehr, sehr weit weg. Ich denk überhaupt nicht so im Speziellen an die Abfahrt in Sestriere. Außerdem muss ich mich erst einmal qualifizieren. Das ist in der starken österreichischen Mannschaft gar nicht so einfach. Und wann ich meine Karriere beende, weiß ich zu diesem Zeitpunkt wirklich noch nicht.

NEWS: Sie haben im heurigen Winter schon öfters über körperliche Müdigkeit geklagt. Wie fit sind Sie wirklich?
Maier: Ich bin in einem Alter, wo ich die Verschleißerscheinungen immer deutlicher spüre. Mehr als vielleicht ein anderer, weil bei mir kommen noch die Spätfolgen meines Motorradunfalls dazu. So, wie es einmal war, wird es nie wieder. Mein Glück ist, dass ich vieles durch die entsprechende psychische Einstellung wettmachen kann. Das Skifahren hab ich ja nicht verlernt, da ist noch alles in meinem Kopf abgespeichert. Nur an der richtigen Umsetzung hapert es ab und zu. Im Skirennsport wird der Körper so extrem gefordert, dass du ihn richtig präparieren musst. Da mein Fuß vom Unfall so schwer beschädigt ist und die Patellasehne immer wieder schmerzt, muss ich Reize setzen, damit ich mit den Schmerzen umgehen kann.

NEWS: Die Öffentlichkeit erwartet sich von Ihnen immer Siege und Goldmedaillen.Wie sehr stört Sie dieser Druck?
Maier: Gar nicht, weil ich diesen Druck überhaupt nicht spür. Das war vielleicht früher einmal so. Ich hab schon so viel erreicht und fahr nach meinem Unfall noch immer an der Spitze mit.

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